Büstendenkmal Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Preußen, Gemahlin Prinz August Ferdinand von Preußens

Büstendenkmal Prinzessin Anna Elisabeth Luise von Preußen, Gemahlin Prinz August Ferdinand von Preußens

Foto: Jörg Kuhn, 2003, CC-BY-4.0

Pfeilersockel mit aufgesetzter Porträtbüste

Fakten

Kategorie

Büste   Denkmal   

Bezirk/Ortsteil

unbekannt

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Klöter, Burckhart (Lasertechniker:in)
1999-2002, übertrug historische Bildvorlagen mittels Lasertechnik auf einen Gipsblock

Goerres, Martin (Künstler:in)
Gipsmodell, Übertragung in Marmor

Datierungs­hinweise

nach Bildvorlagen des 18. Jahrhunderts

Objekt­geschichte

Die Büste wurde von der „Arbeitsgemeinschaft für Bildhauerei, Restaurierung und Naturwissenschaften“ in Senden von Burkhard Klöter im Rahmen eines technischen Versuchs auf der Grundlage von publizierten Porträtdarstellungen des 18. Jahrhunderts (Gemälde, Schattenrisse) mittels Lasertechnik auf einen Gipsblock übertragen. Danach wurde von Martin Goerres ein Modell gefertigt und in Marmor übertragen. Die Bildvorlagen wurden vom Preußen-Museum Nord-Rhein-Westfalen in Wesel recherchiert. Die Büste wurde zusammen mit der Büste des Prinzen August Ferdinand von Preußen am 1.6.1999 dem Bundespräsidialamt übergeben. Beide Büsten wurden auf Holzsockeln im Schloss Bellevue aufgestellt und auf Wunsch von Bundespräsident Dr. Johannes Rau 2002 im Park aufgestellt. Die 2002 für die Büsten gefertigten Metallsockel wurden nach Entwurf des Architekten Klaus Böhme und seiner Büropartnerin, Architektin von Benninghoff geschaffen. Bei der Dargestellten handelt es sich um die Ehefrau von Prinz August Ferdinand von Preußen (1730-1813), dem jüngsten Bruder König Friedrichs II. von Preußen. Die beiden seit kurzem am Büstenrondell mit Denkmälern Geehrten hatten sich am 27. September 1755 verheiratet. An ihr 50. Hochzeitjubiläum erinnert der 1805 von Johann Gottfried Schadow geschaffene „Hochzeitsgedenkstein“, der sich unweit der beiden Büstendenkmäler in der Hauptsichtachse des Schlossparks aufgestellt befindet. Die neu geschaffenen Büsten erinnern an die Erbauer des Schlosses Bellevue. Ebenso erinnern sie an eine heute nicht mehr vorhandene Büste der Prinzessin Luise von Preußen, deren am 21.4.1823 durch ihren Sohn aufgestelltes Büstenmal sich ehemals im sogenannten Rosengarten des Schlossparks befunden hatte (die Büste seiner Mutter, 1822 posthum von Christian Daniel Rauch nach der Totenmaske geschaffen, betrachtete Prinz August als sein persönliches Eigentum und verfügte über sie in dem 1842 abgeschlossenen Vertrag über den Verkauf von Schloss Bellevue im Falle seines Todes, speziell. Vermutlich wurde die Bronzebüste, die noch 1841 im Park stand, von seinen Töchtern mitgenommen, als 1844 König Friedrich Wilhelm IV. das Schloss erwarb; Die Bronzebüste von 1822/1823 befindet sich heute im Museum Narodowe in Breslau – vgl. Simson, 1996, S. 192-193 - ; 1864 wurde anstelle dieser Büste das Büstendenkmal für Prinz August von Preußen, Sohn der Luise von Preußen und des Prinzen August Ferdinand von Preußen, aufgestellt. Das Büstendenkmal für August von Preußen, von dem heute nur noch der Sockel existiert, stand bis ca. 1938/1939 hier; vgl. Parkpflegewerk Schlosspark Bellevue, Bd. III, 1998, S. 138). Prinz August Ferdinand hatte 1784 das Gut Bellevue erworben und 1785 den Bau des Schlosses und die Anlage des Parkes in Auftrag gegeben. Nach dem Tod des Prinzen August Ferdinand 1813 bewohnte seine Witwe das Schloss, welches sie 1816 an ihren Sohn, Prinz August von Preußen (1779-1843), veräußerte. 1844 erwarb König Friedrich Wilhelm IV. Schloss und Park. Ab 1916 diente das Anwesen verschiedenen militärischen, kommunalen und staatlichen Nutzern, seit den 1957 als Berliner Amtssitz des in Bonn residierenden Bundespräsidenten und seit 1994 als offizieller Sitz des Bundespräsidenten (Jörg Kuhn).

Verwendete Materialien

Marmor (Büste) (Materialarchiv)
Stahl (Sockel) (Materialarchiv)
Farbe, schwarz lackiert

Technik

geschnitten (Büste), mit Lasertechnik auf Gipsblock übertragen
modelliert, Gips
gemeißelt, in Marmor übertragen
gemalt (Inschrift), hellgrau ausgelegt
geschweißt
gefasst, schwarz

Inschriften

Inschrift (vertieft)
an der Plinthe
»Anna Elisabeth Luise / Prinzessin von Preußen«

Zustand

gut (gesamt, 2003)

Vollständigkeit

vollständig

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