Anbetung der Heiligen drei Könige

Baugebundene Kunst

Anbetung der Heiligen drei Könige

Weitere baugebundene Kunst (3)

Gebäude der baugebundenen Kunst

St. Hedwigs-Kathedrale

Gebäude der baugebundenen Kunst

Das Giebelrelief der St. Hedwigs-Kathedrale zeigt in einer vielfigurigen Szene die Anbetung der Heiligen drei Könige. In der Mitte sitzt Maria mit dem Kind auf ihrem Schoß auf einer verzierten Bank, rechts von ihr steht Josef. Oberhalb dieser Gruppe erstrahlt der vergoldete Stern von Bethlehem, der von sechs Engeln umgeben ist. Vor der Gruppe kniet der alte König, der seine Krone auf den Boden gelegt hat, dahinter der jüngere König, der seine Hände im Gebet gefaltet hält. Auf der anderen Seite steht der dritte König, der ein großes Gefäß mit Weihrauch in den Händen hält. Zahlreiche weitere Personen bilden das Gefolge der Könige sowie Personifikationen der Erdteile und Himmelsrichtungen (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Geiger, Nikolaus (Bildhauer:in)
1894-1897, Modell

Zeidler & Wimmel (Ausführende:r)

Objekt­geschichte

Das Giebelfeld hat eine außergewöhnlich lange Entstehungsgeschichte. Bereits in der ersten Bauphase hatte Ebenhech um 1750 einen ersten Entwurf der „Anbetung der Heiligen drei Könige“ hergestellt. Zum Zeitpunkt seines Todes 1757 waren im Giebelfeld die Bosssen gesetzt, die Ausarbeitung der Figuren war zwar begonnen, blieb jedoch unvollendet. Erst rund 80 Jahre später stellte Wilhelm Achtermann 1838 einen neuen Entwurf für das Giebelfeld vor. Die Skizze in Gips, 7 Fuß groß, war 1838 auf der Berliner Akademie-Ausstellung zu sehen. Aus finanziellen und stilistischen Gründen kam dieser Entwurf jedoch nicht zur Ausführung. Es dauerte nochmals 50 Jahre bis Anfang der 1890er Jahre Nikolaus Geiger ein kleines Gipsmodell, ebenfalls mit dem Titel „Anbetung der drei Heiligen drei Könige“, fertigte, dass allerdings keine Weiterbearbeitung des Achtermann´schen Entwurfs darstellt, sondern das Thema nochmals neu gestaltet. Nach dessen Überarbeitung ist Geiger 1894 von der Landeskunstkommission mit der Umsetzung beauftragt worden. Die Ausführung in Cottaer Sandstein wurde der renommierten Berliner Steinmetzfirma Zeidler & Wimmel übertragen. Geiger starb kurz vor Vollendung des Giebelfeldes. Teilweise wird geschrieben, dass seine Frau, die Bildhauerin Henny Geiger-Spiegel, das Giebelrelief fertiggestellt haben soll (z.B. Allgemeines Künstlerlexikon, AKL Online, De Gruyter 2009, Henny Geiger). Überliefert ist jedoch, dass „Die Bildhauerin Henny Geiger-Spiegel … von der preußischen Staatsregierung mit der Ausführung einer das Giebelfeld der Hedwigskirche zu Berlin … bekrönenden Figur beauftragt worden“ sei, die allerdings aus unbekannten Gründen niemals aufgestellt wurde (Kunst für alle, 1898, Hervorhebung durch d.V.). Auch Max Hasak beschreibt eindeutig, dass Nikolaus Geiger das Giebelfeld geschaffen hat (Nicola Vösgen).

Verwendete Materialien

Sandstein (Materialarchiv) , Elbsandstein (Cottaer Sandstein)

Technik

bearbeitet

Zustand

gut (2023)

Vollständigkeit

vollständig


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