Zilledenkmal

Zilledenkmal

Foto: Detlev J. Pietzsch, 2009, CC-BY-4.0

Das Denkmal zeigt den bekannten Berliner Maler, Zeichner und Photographen Zille in Gestalt einer überlebensgroßen Figur auf rechteckiger Plinthe stehend, gerade im Begriff etwas mit einem in der rechten Hand gehaltenen Stift in seinen Zeichenblock zu skizzieren. Angetan ist Zille in schlichter bürgerlicher Bekleidung, eine Brille auf der Nase. Hinter ihm steht ein einfach gekleideter junger Mann mit einem schicken Melonenhut. Der „kesse Berliner“ schaut dem Illustrator des „Milljöhs“ mit gelassener Neugier über die Schulter. Die von einem rechteckigen Muschelkalksteinsockel getragene Figurengruppe aus dunkel patinierter Bronze ist vom Künstler „volkstümlich“ angelegt worden, weist also eine unverschlüsselte Lesbarkeit auf und ist auch in der Formulierung der Oberflächen ohne Raffinesse (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Drake, HeinrichBildhauer_In1963-1965
Datierungshinweise
zuerst Treptower Park, im Fischerkiez, später im Köllnischen Park aufgestellt
Objektgeschichte
Das Heinrich-Zille-Denkmal am Parkrand zur Wallstraße hin zeigt den bekannten Berliner Maler, Zeichner und Photographen Heinrich Zille (1858-1929). Die Gruppe wurde 1963-1965 von Heinrich Drake für die im Treptower Park erfolgte Ausstellung "Plastik und Blumen" geschaffen. Die Plastik wurde nach Beendigung der Freiluftausstellung zunächst in den "Fischerkiez" auf der Fischerinsel umgesetzt. Die malerische anmutende historische Bebauung des "Fischerkiezes" - in Farbe zu erleben in dem noch immer sehenswerten DEFA-Spielfilm "Der tapfere Schulschwänzer" von 1967 - war zwar verfallen, aber weitgehend noch intakt. Beim Beginn der Abbrucharbeiten der historischen Häuser um 1967 gelangte das Heinrich-Zille-Denkmal zum ehemaligen Neuen Marstall und um 1971 schließlich zum Köllnischen Park. 1975 wurde ein weiterer Guß der Gruppe vor dem Eingang zur "Zille-Stube" des Hotels "Stadt Berlin" am Alexanderplatz aufgestellt. Auch Zilles Geburtsstadt Radeburg in Sachsen erhielt eine Ausformung der Plastik (Jörg Kuhn).
Maße
gesamtHöhe2.7 m
Verwendete Materialien
SockelMuschelkalk
PlastikBronze
Technik
Sockelbehauen
Plastikgegossen
Inschriften
Bezeichnung (gegossen)
auf der Plinthe
HD (legiert) / 1965
ZustandZeitpunkt
gesamtbiogener Bewuchs2009
beschmiert2009
Verfugungschadhaft2009
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 282, 273.
  • Ingwersen, Erhard: Standbilder in Berlin, Berlin, 1967, S. 100. Tafel 55
  • Klother, Eva-Maria: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und Westberlin, 1998.
  • Güntzer, Reiner: Jahrbuch 1996 Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin, 1998, S. 226-243, besonders S. 238.
  • Trost, Heinrich: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, Berlin, 1984, S. 240-243.

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