St. Hedwigs-Kathedrale

Gebäude mit baugebundener Kunst

St. Hedwigs-Kathedrale

katholische Kathedrale St. Hedwig, St. Hedwigs-Kirche, Hedwigskirche

Baugebundene Kunst (3)

An der Südost-Ecke des heutigen Bebelplatzes (seit 1743 Platz am Opernhaus, Opernplatz, seit 1910 Kaiser-Franz-Joseph-Platz, seit 1947 August-Bebel-Platz) steht die St. Hedwigs-Kathedrale als überkuppelter Rundbau mit Portikus, dessen Dreiecksgiebel von sechs ionischen, 14 Metern hohen Dreiviertelsäulen getragen wird. In den Interkolumnien wechseln rundbogige Portale und Figurennischen, deren hochrechteckige Supraporten mit Reliefs verziert sind. Eine einfache Putzquaderung, hohe schmucklose Rundbogenfenster und ein umlaufendes Hauptgesims bestimmen die Fassadengestaltung (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Knobelsdorff, Georg Wenzeslaus von (Architekt:in)
1747-1773, Entwurf

Boumann, Johann d. Ä (Architekt:in)
Ausführung

Hasak, Max (Architekt:in)
Umbau in den 1880er Jahren

Schwippert, Hans (Architekt:in)
Wiederaufbau in den 1950er Jahren

Datierungs­hinweise

1884-1887: Umbau 1952-1963: Wiederaufbau

Objekt­geschichte

Die St. Hedwigskirche war Bestandteil der barocken Planungen für das "Forum Fridericianum" an der Südostecke des Bebelplatzes. 1747 überließ König Friedrich II. der katholischen Gemeinde, die bis dahin kein eigenes Gotteshaus besaß, die Fläche hinter dem Opernhaus. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff erstellte die Entwürfe für den Zentralbau in Anlehnung an das Pantheon in Rom. Die Ausführung des Kirchenbaus zwischen 1747-73 oblag Johann Boumann d. Ä. Bis 1755 konnte der Rohbau hergestellt werden. Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) kamen die Bauarbeiten fast vollständig zum Erliegen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten verzögerte sich der Weiterbau auch in den nachfolgenden Jahren und die Einweihung konnte erst am 01. November 1773 stattfinden. Zu diesem Zeitpunkt war das Äußere jedoch noch unvollendet. Erst 110 Jahre später wurde der weitere Ausbau erneut aufgegriffen, mit der Umsetzung ist der 1883 zum Regierungsbaumeister ernannte Max Hasak (1856 – 1934) beauftragt worden. In den Jahren 1884 bis 1887 wurde das Ziegeldach der Kuppel durch ein Kupferdach ersetzt und mit Laterne und Kreuz bekrönt. Im Jahr 1930 wurde das Bistum Berlin gegründet und die St. Hedwigskirche zur Kathedrale erhoben. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kathedrale im März 1943 aus, die Kuppel wurde dabei komplett zerstört, erhalten blieben nur die Umfassungsmauern. Bereits 1948 wurde vom Magistrat der Wiederaufbau beschlossen, die Wiederherstellungsarbeiten in den Jahren 1952 bis 1963 leitete der Düsseldorfer Architekt Hans Schwippert (1899 – 1973). Die Außenarchitektur des Zentralbaus wurde in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild wiederhergestellt, nur die Betonschalenkonstruktion der Kuppel erhielt eine veränderte Silhouette. Verloren sind die beiden Engel (links mit Krumstab und rechts mit Königskrone) auf den Giebelecken sowie die Gruppe der Heiligen Hedwig auf der Giebelspitze, alle Giebelfiguren hatte Wilhelm Christian Meyer (Meyer, d. Ä., (1726 – 1786)) um 1773 ausgeführt. Erstere waren bereits im Zuge der Umbaumaßnahmen in den 1880er Jahren entfernt worden. Die Hedwigsgruppe war nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges stark beschädigt und ist in den 1970er Jahren beseitigt worden (Nicola Vösgen).


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