Sowjetisches Ehrenmal

Sowjetisches Ehrenmal

Foto: Susanne Kähler, 2003, CC-BY-4.0

Eine Anlage mit einer Gesamtfläche von 60.400 Quadratmetern. Kolonnadenarchitektur mit mittig aufgesetzter Kolossalfigur eines Sowjetsoldaten. Der gärtnerische Teil des Geländes mit Heckenquartieren, Brunnen und dem U-förmigen Eingangsgebäude, beherbergt auch die Gräber von ungefähr 2500 gefallenen Soldaten. Auf dem Vorplatz steht ein Sarkophagmonument. Auf flankierenden Sockeln stehen zwei sowjetische Panzer (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Kerbel, Lew Jefimowitsch (Künstler:in)
1945-1946, Gesamtentwurf

Cigal', Vladimir E. (Bildhauer:in)
Sergijewski, Nikolai W. (Architekt:in)
Krawzow, Grigori L. (Ingenieur:in)
Fa. H. Noack (Gießerei)
Figur und Embleme

Datierungs­hinweise

Einweihung am 11. November 1945 (Tag der Oktoberrevolution), Figur 1946 fertig gestellt, Gittereinzäunung 1969

Objekt­geschichte

Das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten ist auf Befehl der Roten Armee nach Beschluss des Kriegsrates der Gruppe sowjetischer Besatzungstruppen im Mai 1945 unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges errichtet worden. Die extrem kurze Entstehungszeit lässt darauf schließen, dass es keinen Wettbewerb gegeben hat, sondern die Wahl der Künstler und die Gestaltung kurzfristig angeordnet worden sind. Die Bildhauer Lew E. Kerbel und Wladimir E. Zigal und der Architekten Nikolai W. Sergijewski sind von dem Befehlshaber Georgi K. Shukow zum Entwurf Denkmals beauftragt worden. Es handelt sich um das erste sowjetische Ehrenmal in der Stadt. Die Anlage wurde mit deutschen Arbeitskräften aufgebaut. Die Errichtung fand von Juli bis November 1945 statt. Das Standbild wurde zunächst in provisorischer Form aus Gips aufgestellt. Am 11.11.1945, am Tag der Oktoberrevolution, wurde das Denkmal mit einer feierlichen Zeremonie, gemeinsam mit den Alliierten, eingeweiht. Im Frühjahr 1946 konnte schließlich die bei der Gießerei Hermann Noack in Friedenau gegossene Bronzefigur auf dem Mittelpfeiler des Anlage platziert werden. Die applizierten Sterne, Embleme, Schrifttafeln und Buchstaben sind ebenfalls hier entstanden, sie waren in der Zeit bis zum Ende der 1960er Jahre nicht goldfarben gefasst. Auch war die aus Ziegelsteinen gemauerte Architektur der Anlage in den ersten Jahrzehnten nicht mit Granit, sondern mit Travertin verkleidet, die Herkunft des Materials ist nicht geklärt, die häufig in der Literatur geäußerte Vermutung, es handele sich um Material aus der für Hitler nach Plänen Albert Speers errichteten (Neuen) Reichskanzlei, entbehrt jeder Grundlage. Die das Denkmal umgebenden Mauern und Podeste der Panzer waren ebenfalls mit Travertin verkleidet. Die Brunnenelemente aus Granit, die sich im rückwärtigen Teil der Anlage befinden, sind 1945 aus einem anderen architektonischen Zusammenhang entnommen worden. Die Herkunft ist ungeklärt. Pläne, weitere Denkmalsgruppen dort (vermutlich anstelle der Geschütze) aufzustellen sind nicht zuende geführt worden. In der Gießerei Noack wurde aber 1948 daran gearbeitet. 1951 bis1953 erfolgten bereits kleinere Restaurierungsmaßnahmen am Denkmal. 1961 gab es dann konkrete Pläne zu einer Generalrestaurierung der Anlage, die schließlich ab 1966 durchgeführt wurde: Neuverkleidung des Monuments durch VEB Stuck und Naturstein mit Granit (vorher Travertin), Neubau der Wachhäuser, Vergoldung der Embleme, Erneuerung des schwarzen Syenitsockels am Mittelpfeiler. 1969 wurde das Gelände mit einem Gitterzaun eingefriedet. Die rückwärtige Architektur (Bau am Tor) wurde um 1970 abgerissen und in der alten Form neu aufgebaut. Die Gesamtanlage bekam nun einen rechteckigen Grundriss. Nach einem Anschlag auf die ständig vor dem Ehrenmal postierte Ehrenwache wurde das Denkmal und der sich davor befindliche Fußweg von 1970 bis 1987 gesperrt. 1990 übergab die bisherige Denkmalverwaltung das Denkmal schließlich in schlechtem baulichen Zustand an den Senat von Berlin. Seitdem wurden zahlreiche restauratorische Maßnahmen durchgeführt. In den 1990er Jahren übernahm das Berliner Büro von Christina Petersen und Knud Peter Petersen die Sanierung des Monuments. Im Mai 1995 kam es zur Wiederaufstellung der restaurierten Bronzeskulptur. 2001 restaurierte man die Panzer und Geschütze. Die beiden runden Brunnen im hinteren Bereich wurden nach 2003 wieder hergestellt (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).

Maße

(gesamt)
Höhe

20 m

Verwendete Materialien

Bronze (Figur) (Materialarchiv)
Klinker (Architektur) (Materialarchiv) , Backstein
Granit (Materialarchiv) , ehemals Travertin
Syenit (Materialarchiv)
Labradorgranit (Sockel) (Materialarchiv)
Granit (Monument) (Materialarchiv) , Knaupsholz
(Sarkophage) (Materialarchiv) , Serpentinit
Porphyr (Sockel Panzer) (Materialarchiv) , Beuchaer
Glas (Materialarchiv)
Stahl (Panzer) (Materialarchiv)
Bronze (Embleme) (Materialarchiv)
Farbe

Technik

gegossen (Figur)
gemauert (Architektur)
behauen
poliert
montiert
gegossen (Embleme)
gefasst

Inschriften

Inschrift (appliziert)
am Objekt
»(in russischer Sprache)«

Zustand

gut (gesamt, 2003), nach diversen Sanierungen

Vollständigkeit

vollständig, nach diversen Sanierungen


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