Ritterhof

Gebäude mit baugebundener Kunst

Ritterhof

Foto: Pauline Ahrens, 2022, CC-BY-4.0

Baugebundene Kunst (5)

Die Fassade des Ritterhauses ist prägnant gestaltet, kann stilistisch jedoch nicht eindeutig eingeordnet werden. Sie ist rasterförmig in zwei Ladezonen (EG, 1. OG) und drei darüberliegende Industriegeschosse unterteilt. Dadurch erhält sie einen modernen und sachlichen Charakter. Die gesamte Fläche ist mit buntem, überwiegend grünem Glasurklinker gedeckt. Sie ist dezent mit keramischen, grün glasierten Bauschmuckdetails ausgestattet, welche die Mittelachse der Fassade betonen. Auf dieser befindet sich eine Nische, in der eine Ritterfigur eingestellt ist – ein Verweis auf den Straßennamen und die Bezeichnung des Gewerbehofes. Die Fenster sind bündig in die Fassade eingelassen und bilden durch die weiße Sprossung einen farblichen Kontrast zu der überwiegend dunkel gehaltenen Klinkerfassade. Gestalterisch sticht der Torbogen durch seine aufwändige Zwickelgestaltung hervor, die sich im Durchgang fortsetzt. Dieser bildet den Eingang zum Ritterhof (Layla Fetzer).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Schilbach, Walter (Architekt:in)
1906-1907

Schweitzer, Heinrich (Architekt:in)

Objekt­geschichte

Der Ritterhof wurde 1906-1907 nach Plänen der Architekten Walter Schilbach und Heinrich Schweitzer als Teil eines insgesamt dreiflügligen Geschäfts- und Gewerbekomplexes gebaut. Der rückwärtige Flügel ist eine der ersten Stahlbetonkonstruktionen in Berlin. Die Grundflächen waren frei nach Zweck einteilbar. Zu Beginn befanden sich in den oberen beiden Geschossen großzügige Wohnungen. In den unteren Stockwerken befanden sich Musterlager. Zu seiner Entstehungszeit galt die Ritterstraße mit ihren Lager- und Geschäftshäusern als „Goldene Meile“ des Exportviertels. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde der Ritterhof modernisiert und instand gesetzt. Im Zuge dessen wurden auch die Holzfenster der Fassade nach historischem Vorbild erneuert. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz (Layla Fetzer).


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