Pegasusgruppen

Baugebundene Kunst

Pegasusgruppen

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Gebäude der baugebundenen Kunst

Altes Museum

Gebäude der baugebundenen Kunst

Auf den rückseitigen Ecken des erhöhten Mittelteils des Alten Museums stehen zwei weit überlebensgroße Pegasusgruppen. Auf der nordöstlichen Ecke steht die Gruppe „Grazie bändigt Pegasus“, auf der nordwestlichen die Gruppe einer „Muse, die den Pegasus tränkt“ (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Schievelbein, Hermann (Bildhauer:in)
1858-1861

Gladenbeck, Hermann (Gießer:in)
Ausführung der Muse mit Pegasus

Hagen, Hugo (Bildhauer:in)
Geiss, Moritz (Gießer:in)
Ausführung der Grazie mit Pegasus

Objekt­geschichte

Die beiden in Zink gegossenen Pegasusgruppen nach Modellen von Hermann Schievelbein und Hugo Hagen sind in den Jahren 1858 bis 1861 geschaffen worden. Die Planungen Schinkels sahen an Vorder- und Rückseite des Daches jeweils zwei sich gegenüberstehende Figurengruppen vor, von denen zunächst nur die an der Vorderseite stehenden Dioskurengruppen realisiert wurden. Für die Rückseite waren anfangs Pegasusgruppen mit nackten Jünglingen, später Amazonengruppen geplant, die jedoch aus Kostengründen nicht zur Ausführung gelangten. In dem im Dezember 1840 veröffentlichten Erlass Friedrich Wilhelms IV., in dem er die Fertigstellung der unvollendet gebliebenen Schinkel-Bauten bestimmte, wurde u.a. die Ausführung dieser noch fehlenden Gruppen genannt. Der Minister Eichhorn schlug im Juni 1841 anstelle der von Schinkel geplanten Amazonen die Aufstellung von Pegasusgruppen vor, da das Dichterross Pegasus eine stärkere innere Beziehung zu einem Museum aufweisen würde. Eichhorn empfahl außerdem, die Entwürfe für die Gruppen von Friedrich Tieck und die Modelle von Theodor Kalide anfertigen zu lassen, was vom König am 08. Januar 1842 genehmigt wurde. Die von Kalide vorgelegten Modelle sind jedoch kurze Zeit später als nicht brauchbar verworfen worden und die Planungen wurden in den folgenden Jahren nicht fortgesetzt. Erst gegen Ende der 1850er Jahre fand mit der Ausführung der beiden Pegasusgruppen die bauplastische Ausstattung des Museums nach fast drei Jahrzehnten ihren Abschluss. Im Herbst 1858 wurden die Bildhauer Hugo Hagen mit der Ausführung der Gruppe „Grazie mit Pegasus“ und Hermann Schievelbein mit der Gruppe „Muse mit Pegasus“ beauftragt. Die Dioskuren teilten 1859 mit, dass „das Thon-Modell zur Gruppe „die Muse tränkt den Pegasus“ für das Museum … von dem Bildhauer Schievelbein jetzt theilweise vollendet (sei).“ Die Verträge für die Ausführung in bronziertem Zinkguss sind am 30. Oktober 1860 unterzeichnet worden. Die Gießerei Moritz Geiss übernahm den Guss der Hagen´sche Gruppe und die Gießerei Hermann Gladenbeck die Gruppe von Schievelbein. Ebenfalls in den Dioskuren wurde im Juli 1861 berichtet, dass „Auf dem Hofe der Zinkgießerei des Hrn. Geiß in der Behrenstraße … gegenwärtig der wohlgelungene Zinkguß der Gruppe des Bildhauers Professor Hagen, „die Grazie mit dem Pegasus“, aufgestellt (sei), welche dazu bestimmt ist, ihren Platz auf der Höhe des alten Museum einzunehmen.“ Die Aufstellung auf dem Dach des Museums erfolgte im Juli 1861. Beide Pegasusgruppen sind 1996 bis 2001 restauriert worden (Nicola Vösgen).

Maße

(Grazie und Pegasus)
Höhe
Länge

3.3 m
4 m

Verwendete Materialien

Zink (Materialarchiv)

Technik

gegossen

Zustand

gut (2023)

Vollständigkeit

vollständig


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