Nixenspiel

Nixenspiel

Foto: Susanne Kähler, 2010, CC-BY-4.0

Auf einem gepflasterten und teilweise begrünten Platz steht die deutlich überlebensgroße Skulptur einer liegenden Nixe. Das Mischwesen mit weiblichem Oberkörper und Fischleib hat sich auf den rechten Arm gestützt und den Kopf dergestalt in den Nacken gelegt, dass der mächtige Haarschopf malerisch herabfällt. Mit der linken Hand umfasst die Nixe einen hohen schlanken Stahlmast, der aus verschiedenen Stahlelementen zusammenmontiert ist (vermutlich beweglich gedacht). Seine Bekrönung ist ein Schiff. Am Stangenmast sind mit Halterungen zwei kleinere Nixen angebracht, die spielerisch im Wasser zu schwimmen scheinen. Die Figuren sind aus Beton geformt und bunt bemalt. Die große Nixe ist aufwändig mit Mosaikkeramik verziert (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Gersch, Christine (Bildhauer:in)
1997

Objekt­geschichte

Die seit 1358 der Stadt Berlin-Cölln gehörende Halbinsel Stralau zwischen Spree und dem Rummelsburger See wurde 1920 nach Groß-Berlin eingemeindet (Bezirk Friedrichshain, heute: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg). Stralau (ehem. Stralow) war traditionell ein von Fischern bewohntes Gebiet. Der „Stralauer Fischzug“, ein hochsommerliches Wochenfest, wurde im 16. Jahrhundert begründet und existiert nach verschiedenen, bis 1998 reichenden Wiederbelebungsversuchen, heute vordringlich als literarischer Topos. Vor dem ehemals auch für Stralau zuständigen Rathaus in Treptow (heute Bezirk Köpenick-Treptow) erinnert die monumentale Figur eines Fischers (von Reinhold Felderhoff, 1916) an das alte Gewerbe. Das Wappentier von Stralau ist der silberne Fisch mit goldgelben Flossen vor blauem Grund. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fungierte Stralau als Ausflugsort mit verschiedenen sportlichen Betätigungen (bes. Segeln). Stralau verfügte bis ins 20. Jahrhundert hinein über zahlreiche Ausflugslokale. Erst im fortschreitenden 19. Jahrhundert siedelten sich hier größere Fabriken (Werften, Brauerei, Glasfabrik, Teppichfabrik etc.) an. Die Halbinsel Stralau war im Zusammenhang mit den erfolglosen Bewerbungen Berlins als Austragungsort der Olympischen Spiele 2000 als Standort des Olympischen Dorfes vorgesehen. Es entstanden zahlreiche Wohnbauten, eine bis heute fortgesetzte Entwicklung, die dazu geführt hat, dass Stralau zum Beginn des 21. Jahrhunderts einen gewaltigen Bevölkerungsanstieg erlebte. Die in der Regel hochwertige Bebauung hat den Charakter der Halbinsel stark verändert. Das 1997 durch die Künstlerin Christine Gersch in der Stralauer Bucht am „Nixenkai“ („Nixen-Plateau“) geschaffene „Nixenspiel“ ist als Teil der künstlerischen Konzeption der modernen Nutzung entstanden und erinnert an die lange Fischerei-Tradition des Ortes (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

Technik

gegossen (gesamt)
bemalt
geschweißt

Zustand

rissig (Brustbereich, 2010)
verwittert (Farbe, 2010)
korrodiert (Stahl, 2010), teilweise

Vollständigkeit

fragmentiert, Mosaikscherben teilweise abgefallen und verloren

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