Mahnmal

Mahnmal

Foto: Detlev J. Pietzsch, 2009, CC-BY-4.0

Gesockelte, mehrfigurige Gruppe aus Bronze; Auf einem niedrigen, tischartigen Sockel aus Granit steht eine aus 13 Einzelfiguren gebildete Gruppe, die von Hunger, Angst und Not gekennzeichnete Frauen und Mädchen verschiedenen Alters zeigt (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Lammert, WillBildhauer_In1957-1959
der Modelle
Lammert, MarkBildhauer_In
goss die Figuren nach den Modellen seines Großvaters 1985
Lammert, UleBeteiligte_r
Datierungshinweise
Modelle 1957-1959 für ein Mahnmal der Gedenkstätte des KZs Ravensbrück geschaffen; Um 1985 für den neuen Aufstellungsort gegossen und neu zusammengestellt. 2008 saniert und leicht versetzt neu aufgestellt (Jörg Kuhn).
Objektgeschichte
Die im Mai 1985 anlässlich des 40. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus (8. Mai) als Teil einer zeitgleich konzipierten Gedenkstätte aufgestellte Plastik ist als Mahnmal gedacht. Es soll an die zumeist jüdischen oder nach den nationalsozialistischen Rassegesetzten als Juden geltenden Berliner Bürger erinnern, die 1941-1943 von der „Sammelstelle“ im ehem. Jüdischen Altersheim in der Großen Hamburger Straße 25-26 in die nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert worden sind. Die von Will Lammert (1892-1957) geschaffenen Figuren waren ursprünglich für die Nationale Mahn- und Gedenkstätte des Frauen-KZs Ravensbrück bei Fürstenberg gedacht. Sie blieben jedoch bei der Gestaltung des dortigen, 1957-1959 von Fritz Cremer fertig gestellten, Mahnmals unberücksichtigt, da sie bei Lammerts Tod unvollendet waren. Von den 15 unvollendeten Figuren wurden in Abstimmung mit den Erben Ule Lammert (geb. 1926) und Mark Lammert (geb. 1960) 13 ausgewählt, in Bronze gegossen und auf der Grundlage einer Gestaltungsidee von John Heartfied (1891-1968), unter Beibehaltung ihrer individuellen Standplinthen in Form eines Keils gruppiert. Die Gedenkstätte an der Großen Hamburger Straße ist 2007-2008 nach Plänen des Büros Jacobs & Hübinger neu gestaltet worden. Dabei wurde die Gedenkplastik durch den Bildhauer Lutz Dölle um wenige Meter versetzt (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
SockelGranit, Beuchaer Mikrogranit
PlastikBronze
Technik
Sockelbehauen
Plastikgegossen
patiniert
zusammen gefügt
montiert
ZustandZeitpunkt
gesamtgut2009
Verfugung Frontunsauber ausgeführt
Vollständigkeit
vollständig2008 saniert

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 277.
  • Endlich, Stefanie: Wege zur Erinnerung, Gedenkstätten und -orte für die Opfer des Nationalsozialismus, Berlin, 2007, S. 210-212.

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