Karl-Marx-Erinnerungsstätte

Karl-Marx-Erinnerungsstätte

Durch niedrige Einfassungsmauern und Wegeführung klar gegliederte Anlage. Zwei rechteckige, aufgemauerte Sandstein-Stelen mit leicht betontem Sockelbereich durch Rücksprung. Die Front der linken Stele trägt als Relief das Porträt des bärtigen Karl Marx, die Front der rechten Stele trägt eine vertieft angelegte Inschrift. Die Rückseiten schmücken je ein Relief. Auf der linken Stele ist eine genrehafte Szene in einem Gartenlokal dargestellt (u. a. Karl Marx im Gespräch mit „Junghegelianern“), auf dem anderen eine Szene aus dem Glasarbeiterstreik von 1901.
Geht man zwischen den beiden Stelenwänden durch, gelangt man zu einem niedrigen Sockel mit Kalksteinplattenverkleidung. Oben ist eine rechteckige, hellgelbe Keramikplatte mit Inschrift eingelassen (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kies, HansBildhauer_In1964
Objektgeschichte
Errichtet zur Erinnerung an den Aufenthalt des erkrankten Karl Marx (1818-1883) im Lokal des Fischers und Wirtes Gottlieb Köhler, Alt-Stralau 25, in Stralau im Jahre 1837 und an den von Stralau aus geleiteten (gescheiterten) Streik der Glasarbeiter Deutschlands im Jahre 1901. Im Auftrag des Rates des Stadtbezirks Stralau schuf der mit dem Nationalpreis für Kunst der DDR geehrte Künstler Hans Kies 1964 die Denkmalanlage. Sie soll an zwei historische Ereignisse erinnern, die – obgleich von unterschiedlicher Bedeutung – aufeinander bezogen und gleichwertig behandelt werden. Der Glasarbeiterstreik wird hier geschichtlich unrichtig als erfolgreich dargestellt. Die Anlage wurde von der 1992 vom Berliner Senat beauftragten Kommission zur Bewertung der nach 1945 errichteten Denkmäler in Ost-Berlin für erhaltenswert eingestuft (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
ReliefSandstein, roter
InschriftentafelKeramik, gelblich
SockelBeton
Kalkstein, Platten
Technik
Reliefbehauen
Inschriftentafelgebrannt
Sockelgegossen
verkleidet
Inschriften
Inschrift (gemeißelt)
Front
DIE PHILOSOPHEN HABEN DIE WELT NUR / VERSCHIEDEN INTERPRETIERT, / ES KOMMT ABER DRAUF AN, / SIE ZU VERÄNDERN / KARL MARX
Inschriftenplatte (appliziert)
Sockelfront
KARL-MARX-ERINNERUNGSSTÄTTE / 1837 WEILTE KARL MARX IN ALT-STRALAU / UND FAND HIER ALS JUNGER STUDENT / DIE ERHOLUNG, DIE ER ZUR FORTFÜHRUNG / SEINER ARBEIT BENOETIGT / 1890 KAMEN AUS HAMBURG DIE GLASARBEITER / NACH ALT-STRALAU / SIE WAREN AKTIVE VERTRETER DER LEHREN VON / MARX UND ENGELS / VON HIER AUS LEITETEN SIE DEN GROSZEN STREIK / DER "BUDELMAKER" / IN GANZ DEUTSCHLAND IM JAHRE 1901 / UND FUEHRTEN IHN ERFOLGREICH ZU ENDE
ZustandZeitpunkt
gesamtrissig2010
Ausbrüche, leichte2010
Fugenmörtelinstabil, teilweise2010
Relief Glasarbeiterbeschädigt, einige Nasen2010
Vollständigkeit
beschädigt

  Nachweise

  • Eickenjäger, Karl-G.: Berlin-Friedrichshain. Baudenkmale, Gedenkstätten, Plastiken im Stadtbezirk, Berlin, 1979, S. 26-27.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 229.
  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Berlin, Bezirk Friedrichshain, Berlin, 1996, S. 151. Abb. 212, 215
  • Caspar, Helmut: Erinnerungsorte in Berlin. Führer zu Schauplätzen Deutscher Geschichte, Petersberg, 2008, S. 22-23.
  • Podewin, Norbert: Marx und Engels grüßen aus ... Friedrichshain, Berlin, 2010.

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