Greifentor

Greifentor

Johanniter-Orden Tor

Kiss’ stolz geflügelte, sehr erhaben formulierte Klein-Glienicker Greifen schreiten würdevoll zur Tormitte. Die jeweils erhobenen Vorderpranken scheinen sich bedächtig den in Gestalt von krepierenden Granaten geformten Aufsätzen der schmiedeeisernen Torpfosten zu nähern. Unterhalb der Pfostenaufsätze erscheint, weiß gefasst (emailliert) auf beiden Seiten der Torarchitektur das Kreuz der Johanniterordensritter (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kiss, August Karl EduardKünstler_In1861
Arnim, Ferdinand Heinrich Ludwig vonArchitektIn
lieferte vermutlich den Entwurf zum Greifentor
Datierungshinweise
mehrfach saniert, Instandsetzung in den 1970er Jahren mit Vereinfachungen
Objektgeschichte
Im Zusammenhang mit der 1853 erfolgten Ernennung von Prinz Carl von Preußen zum Herrenmeister des Johanniter-Ritterordens erschien es angemessen, dass das schlichte Haupttor eine neue Gestaltung erhielt. Zusätzlich wird die von Ferdinand von Arnim verantwortete neubarocke Umgestaltung des gegenüberliegenden Jagdschlosses einen zusätzlichen Veränderungsdruck auf das schlichte Gegenüber ausgeübt haben. Der Berliner Kunsthistoriker Andreas Bernhard schreibt daher 1987 nicht ohne Grund: „Im Zusammenhang mit den Jagdschlossumbauten ist auch die Veränderung des Hauptportals des Lustschlosses zu verstehen. Das Journal vermerkt am 17.9.1861, daß die Hirsche abgenommen und die Greifen aufgestellt seien“ (A. Bernhard, in: Ausst.-Kat. Schloss Glienicke, 1987, S. 92; siehe auch im Ausst.-Kat. von 1987 die S. 389 mit der Quellenangabe zu Kat.-Nr. 221 „Journal Glienicke“ 1853, 1861 und Johannes Sievers: Karl Friedrich Schinkel. Bauten für Prinz Carl von Preußen, Berlin 1942). Den Entwurf der barockisierenden schmiedeeisernen Torgitter des neuen Tores weist Bernhard glaubhaft Ferdinand von Arnim zu. Die Modelle zu den beiden Greifen-Figuren stammen von August Kiss. Bei der Wiederherstellung der Greifenfiguren 1979/80 wurden die beiden verlorenen Krönchen (in den 1930er Jahren entfernt?) auf den Greifenhäuptern nicht wieder ergänzt. Die vollständig verloren gegangenen, im Endbereich ehemals virtuos verschlungen ausgebildeten Schweife der Greifen wurden vereinfacht und begradigt wieder neu geschaffen (vgl. Ausst.-Kat. „Das gantze Eyland muss ein Paradies werden“, Juli 1987, S. 105, Abb. 20: der südwestliche Greif ohne Krönchen und Schweif, Foto aus den 1960er Jahren). (Jörg Kuhn).
Maße
GreifenHöhe1,2 m
Verwendete Materialien
Zinkguss
Schmiedeeisen
Sandstein
Farbe
Email (Beschichtung)
Technik
gegossen
geschmiedet
vergoldet
gefasst
Ordenssternemailliert
Pfostenbehauen
ZustandZeitpunkt
alt geflickt, u. a. erhobene Pranke des rechten Greifen2005
Vergoldungabgeblättert, Vergoldung2005
Sandsteinverwittert2005
Vollständigkeit
unvollständigGreifen-Krönchen u. a. fehlen

  Nachweise

  • Staatliche Schlösser und Gärten Berlin, West: Schloß Glienicke : Bewohner, Künstler, Parklandschaft, Berlin, 1987, S. 92, 388-389. Abb. 50, Kat.-Nr. 221-222
  • Curth, Roland; Bilang, Karla: Geschichtslandschaft Berlin - Orte und Ereignisse, Bd. 4. Zehlendorf, Berlin, 1992, S. 461-477.
  • Bloch, Peter: Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert : das klassische Berlin, Berlin, 1994, S. Sp. 134. Tafeln 72-73
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 221-222.
  • Krosigk, Klaus von: Glienicke, Berlin, 1984, S. 31.
  • Schlösser und Parks von Potsdam-Sanssouci und Berlin : (Glienicke und Pfaueninsel), 2013.
  • Schultheiss-Block, Gabriele: Das gantze Eyland muss ein Paradies werden : Jagdschloss Glienicke - 300 Jahre, Berlin, 1987, S. 105. Abb. 20

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