General Kurt Christoph Graf von Schwerin

General Kurt Christoph Graf von Schwerin

Foto: Sophia Peix, 2019, CC-BY-4.0

Gesockeltes Standbild in zeitgenössischer Tracht

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kiss, August Karl EduardBildhauer_In der Nachschöpfung1857-1862
Adam, Francois-GaspardBildhauer_In des Vorbilds
Michel, Sigisbert-FrancoisBildhauer_In des Vorbilds
Königliches Gewerbe-InstitutGießerei
der Neuschöpfung 1857-1861
Fa. KraasGießerei
der Restaurierung 2008/09
Heinke, HerbertBeteiligte_r
Rekonstruktion des Sockels 2008/09
Datierungshinweise
Wiederaufstellung 2009
Objektgeschichte
Das Denkmal für Kurt Christoph Graf von Schwerin (1684-1757) war das erste der Generalsdenkmäler, die König Friedrich II. in Preußen in Auftrag gab. Die Auftragserteilung erfolgte am 22. Januar 1759 an Francois-Gaspard Adam (1710-1761) und wurde wenig später von dessen Nachfolger und Neffen Sigisbert-Francois Michel (1728-1811) übernommen. Die Ausführung in Carraramarmor erfolgte bis 1769. Die Enthüllung auf dem Wilhelmplatz fand am 28. April 1769 statt. Unter König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen wurden aus unterschiedlichen, sowohl konservatorischen, ästhetischen als auch politischen Gründen von den mittlerweile sechs Generals-Denkmälern "Kopien" genommen, um diese dauerhafter in Bronze gießen zu lassen. Bei der hochbarocken, stark bewegten Figur des Generals Grafen Schwerin kam es zu einer völligen Neuinterpretation, die mit der Figur Adams und Michels formal und damit auch inhaltlich nur wenige Berührungspunkte hatte. August Kiss erhielt 1855 den Auftrag zum neuen Schwerin-Denkmal und modellierte 1857-1861 eine naturalistische Figur ohne barockes Pathos. 1862 wurde der neue Sockel geschaffen, diesmal aus poliertem Granit. Das marmorne Standbild gelangte zunächst ins Königliche Lagerhaus an der Klosterstraße, dann ins Kadettenhaus in der Neuen Friedrichstraße, war zwischen 1878/1882 und 1903 in der Kadettenanstalt in Groß-Lichterfelde aufgestellt und kam schliesslich 1904 ins kleine Treppenhaus des neu errichteten Kaiser-Friedrich-Museums (Bode-Museum). 1936 wurden alle sechs bronzenen Generalsdenkmäler an die Ostseite des Wilhelmplatzes versetzt und gegen Kriegsende 1944/1945 vermutlich magaziniert. Am 29. April 2009 erfolgte die Wiederaufstellung des restaurierten und mit einem nach alten Fotografien nachgeschaffenen Granitsockel versehenen Denkmals. Da der historische Aufstellungsort am Wilhelmplatz nicht mehr zur Verfügung stand, erfolgte die Wiederaufstellung auf dem nahen Zietenplatz. Initiatoren und Kostenträger waren die Schadow Gesellschaft Berlin e. V. und das Landesdenkmalamt Berlin. Die Einweihungsfeier gestaltete unter anderem der Maler und Grafiker Johannes Grützke (1937-2017) (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
Bronze
Granit
Technik
Figurgegossen
Sockelbehauen
poliert
montiert
Inschriften
Inschrift (gegossen)
am Sockel, Vorderseite
Bezeichnung (gegossen)
an der Plinthe links
VON KISS
Bezeichnung (gegossen)
an der Plinthe hinten
AUSGEFÜHRT VOM KÖNIGLICHEN GEWERBE-INSTITUTE
ZustandZeitpunkt
gut, seit 20092019
Vollständigkeit
vollständigseit 2009

  Nachweise

  • Gehrmann, Klaus: Zur Wiederaufstellung der Generalsdenkmäler von Johann Gottfried Schadow, Berlin, 2008, S. 12-13.
  • Berger, Ursel: Enthüllt: Berlin und seine Denkmäler: Zitadelle, Berlin, 2017, S. 16-17 (Bd. I).
  • Berger, Ursel: Enthüllt: Berlin und seine Denkmäler: Zitadelle, Berlin, 2017, S. 22-25 (Katalog).
  • Berger, Ursel: Enthüllt: Berlin und seine Denkmäler: Zitadelle, Berlin, 2017, S. 88, 104-109 (Bd. I).
  • Demps, Laurenz: Berlin-Wilhelmstraße : eine Topographie preußisch-deutscher Macht, Berlin, 2010.
  • Missmann, Max: Berliner Plätze, Berlin, 2001.

Ihre Information ist gefragt