Gedenkmal Opfer des Faschismus

Gedenkmal Opfer des Faschismus

Foto: Susanne Kähler, 2011, CC-BY-4.0

Innerhalb einer sparsam durchwegten, etwa dreieckigen Grünanlage steht auf einem rechteckigen, mit Betonschwellen eingefassten Platz ein Monument aus Sandstein mit bekrönender Schmuckvase aus Sandstein. Stilistisch gehört das Monument trotz seiner bescheidenen Maße deutlich in den Kontext stalinistischer, neoklassizistischer Repräsentationsarchitektur. Dem Denkmalkubus über getreppter Standplatte ist auf der Front eine rechteckige Inschriftentafel aus Marmor eingetieft, die die dreizeilige Inschrift trägt und deren vertieft angelegte Lettern braunfarben hinterlegt sind. Die Schmuckvase zeigt eine Kannelierung als Dekor des Korpus. In einer Achse mit dem Monument, von diesem aber durchaus getrennt, steht eine schlichte Stele aus rotdurchgefärbtem Kunststein mit einer aufmontierten Tafel mit den Namen und Lebensdaten einiger Johannisthaler Bürger, die zwischen 1933 und 1945 aus politischen Gründen ermordet worden sind (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
UnbekanntKünstler_In1949
Datierungshinweise
aus einem älteren Kriegerdenkmal gearbeitet; Stele später hinzugefügt
Objektgeschichte
Der Albineaplatz trägt seit dem 7.6.2003 den Namen der Stadt Albinea in der Emilia in Italien, einer Partnerstadt von Berlin-Treptow. Bereits 1952 vereinbarten Albinea und Treptow Partnerschaftsbeziehungen (1997 erneuert). Anlass war der gemeinsame Wille an den Feldwebel der Deutschen Wehrmacht Hans Schmidt zu erinnern, der zusammen mit anderen deutschen Soldaten wegen „Kontaktaufnahme mit dem Feind“ am 26.1.1944 erschossen worden war. Den Ermordeten wurde am 25.3.1995 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Albinea verliehen. Das zentrale Monument „Den Opfern des Faschismus“ wurde 1949 errichtet, der Stelenstein später ergänzt. Das 1949 geschaffene Denkmal wurde aus einem älteren Kriegerdenkmal (vermutlich aus der Zeit nach 1918) gearbeitet (vgl. Dehio Berlin, 2000, S. 470) (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
Sandstein
SteleKunststein
TafelMarmor
TafelKupfer
TafelBronze
Technik
behauen
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift DEN OPFERN / DES / FASCHISMUS
Tafel (gegossen)Hitlers Blutregime fielen aus Johannisthal / als Antifaschisten zum Opfer: / Fritz Bergau *29.7.94 ermordet am 10.12.41 in Gollnow / Willi Heinze *28.3.10 ̎ ̎ 12.2.43 ̎ Brandenburg / Franz Kirsch *8.3.01 ̎ ̎ 3.2.44 ̎ Brandenburg / Fritz Kirsch *5.3.03 ̎ ̎ 30.4.40 ̎ Sachsenhausen / Günther Kobs *12.1.21 ̎ ̎ 22.1.45 ̎ Waldenburg / Johannes Sasse *19.11.18 ̎ ̎ 19.6.44 ̎ Halle / Hans Schmidt *17.9.14 ̎ ̎ 26.8.44 ̎ Albinea/Italien / Otto Springborn *26.6.90 ̎ ̎ 31.7.43 ̎ Brandenburg / Eduard Zachert *8.3.81 ̎ ̎ 22.7.43 ̎ Plötzensee / Ihr Opfer sei uns Mahnung und Verpflichtung
ZustandZeitpunkt
gesamtveralgt2011
bemoost2011
Schriftverwittert2011
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 346.
  • Endlich, Stefanie: Wege zur Erinnerung, Gedenkstätten und -orte für die Opfer des Nationalsozialismus, Berlin, 2007, S. 481-482.
  • Weißpflug, Hainer: Treptow-Köpenick, 2009, S. 173-174.
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 470. Ausgabe 2000

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