ehem. Geschäftshaus Lebram

Gebäude mit baugebundener Kunst

ehem. Geschäftshaus Lebram

Foto: Nicola Vösgen. 2023, CC-BY-4.0

Baugebundene Kunst (2)

Das Eckgebäude besteht aus vier Geschossen und einem mit Gaupen versehenen Mansardwalmdach. Die mit Muschelkalkstein verkleidete Fassade ist oberhalb des Erdgeschosses durch pilasterartige Vorlagen vertikal gegliedert und mit plastischem Schmuck aufwändig gestaltet. Die großen Fensteröffnungen ergeben ein gleichmäßiges Raster der Fassade (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Hoeniger & Sedelmeier (Hersteller:in)
1910-1911

Objekt­geschichte

1906 waren mehrere Häuser wegen der geplanten Straßenverbreiterung der Wallstraße zunächst enteignet und kurze Zeit später abgerissen worden. Nach Beendigung der Bauarbeiten wurden die verbleibenden Grundstücksflächen zum Verkauf angeboten. Die Handelsgesellschaft „Richard Lebram“ erwarb das Eck-Gelände im Mai 1910 für 635.000 Mark. Richard Lebram hatte 1894 ein Großhandelsunternehmen für Gold- und Silberwaren eröffnet, das zunächst in der Scharrenstraße 5, später in der Neuen Grünstraße 25, 16 und 5-6 in Berlin-Mitte ansässig war. Die zunehmende Expansion der Firma, die um 1910 bereits Zweigniederlassungen in Pforzheim und Schwäbisch-Gmünd unterhielt, erforderte neue bzw. größere Geschäftsräume. Deshalb erwarb Lebram das Grundstück in der Wallstraße und ließ hier das neue Geschäftshaus der Firma errichten. Die Bauarbeiten begannen 1910 und wurden im September 1911 abgeschlossen. Die Entwürfe stammen von der Architektensozietät Hoeniger & Sedelmeier. Das neue Gebäude, Zentrale eines der größten Händler der Branche, zählte zu den modernsten seiner Zeit. Es war mit Fahrstühlen für Lasten und Personen ausgestattet, hatte ein 18 Stationen umfassendes Telefonnetz und ein Rohrpostnetz im Hause. Auch eine moderne Zentralheizung bezeugt die Fortschrittlichkeit des Bauherrn. Nach dem II. Weltkrieg nutzte der „VEB Oberbekleidung Berlin“ bis 1990 das Gebäude, anschließend befand sich im Erdgeschoss eine Filiale der Deutschen Bank. Heute ist die Repro Central Digitaldruck hier ansässig (Nicola Vösgen).


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