Echo II

Echo II

Foto: Dietrich Graf, 2019, CC-BY-4.0

Wie der zugehörigen Plastik „ECHO I“ dient dem plastischen Objekt „ECHO II“ (der Titel bezieht sich sowohl auf den Bereich Klang, wie auf die Korrespondenz zwischen den beiden Plastiken und der Architektur des Kammermusiksaales) ein mit grauweißgefleckten Marmorplatten verkleideter, rechteckiger Lüftungsschacht, Teil der architektonischen Außenanlage des Gebäudes, als Sockel. Der zweischalige Korpus des abstrakten Objektes zeigt eine gerundete Grundform, die nach oben hin jedoch in einem sehr flachen Dreieck endet. Die hintere Schale ist über die vordere so hochgezogen, dass sie von der Scharounstraße aus letztere überragt. Die Innenseite der hinteren Schale ist im sichtbaren Bereich blau lackiert. Die Schmalseiten werden durch gebogene Stahlelemente erweitert. Die nur von der Rückseite sichtbare Innenfläche des äußeren Begleitbogens ist ebenfalls blau lackiert, während das gesamte Objekt sonst mit einer künstlichen Korrosionsschicht und einer klaren Lasur gefasst wird, wobei letztere die braune Korrosionsschicht durchschimmern lässt. Auf der Frontseite zur Scharounstraße hin ist dem Objekt in der rechten Hälfte eine Konstruktion aus drei strahlenförmig angeordneten, sich nach unten verbreiternden Stäben vorgelegt, die wiederum das Gerüst für ein weiteres gebogenes Stahlelement bilden, das links eine Kugel aufgeschmiedet trägt. Die Rückseite des Objekts zeigt einen mit zwei unterschiedlich geformten Halterungen an die Korpusschale gebundenen, schräg verlaufenden Stab, dessen oberes, über das Objekt hinausragendes Ende in einer Kugel mündet. (Susanne Kähler/Jörg Kuhn)

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Heiliger, BernhardKünstler_In1987
Objektgeschichte
Der Kammermusiksaal wurde 1984-88 nach einer Ideenskizze Scharouns gebaut, die Edgar Wisniewski nach dem Tod des Architekten ausgearbeitet hat. Den Besuchereingang flankieren die Eisenskulpturen "Echo I" und "Echo II". Beide Arbeiten nehmen formal Bezug zu ihrem Aufstellungsort. So korrespondieren die großen Kreisscheiben der Plastiken mit den runden Fenstern des Kammermusiksaales; ein Widerhall, der auch im Titel der Arbeiten ausgedrückt ist. Mit den stilistischen Mitteln des konstruktiven Spätwerks gelang Heiliger über zwanzig Jahre nach dem "Auftackt"; erneut eine Verbindung zu Scharouns Architektur. Diesmal war nicht der Innenraum, sondern die Fassade Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung. Die Skulpturen entstanden in der Bildhauerwerkstatt des BBK. (Marc Wellmann)
Verwendete Materialien
FigurStahl
Technik
Stahlgeschweißt
korrodiert, künstlich
lackiert, farbig
lasiert, teilweise
ZustandZeitpunkt
gesamtgut2003
beschmiert2003
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 156-157.
  • Reclams Kunstführer Berlin, Stuttgart, 1991, S. 207.
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 435.
  • Wellmann, Marc: Bernhard Heiliger 1915-1995. Monographie und Werkverzeichnis, Köln, 1995, S. 219, 365.
  • Hoffmann, Thomas R.: Public art Berlin : Spaziergänge zur Kunst, Stuttgart, 2018, S. 54-55.

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