Der Sieger

Der Sieger

Foto: Susanne Kähler, 2003, CC-BY-4.0

Auf einer künstlichen, runden Insel steht inmitten eines malerisch angelegten Teiches die Bronzeplastik einer unbekleideten jungen Athleten auf einem rechteckigen Sockel mit Standsockel über quadratischem Grundriss. In die Front des Sockels ist ein längsrechteckiges Relief eingelassen, das in antikisierender Formulierung eine Szene aus einem sportlichen Wagenrennen zeigt. Nach links preschend wird ein zweirädriger Kampfwagen von einer Pferdequadriga gezogen. Auf dem Wagen kniet ein nackter Athlet, hinter ihm lenkt eine mit wehendem Gewand bekleidete Siegesgöttin das Gespann. Die leicht überlebensgroße Figur des nach antiken griechischen Athletenstandbildern formulierten Siegers steht in ruhiger Ponderation auf quadratischer Plinthe. Der linke Fuß ist leicht seitwärts aufgesetzt, wobei nur der Vorderfuß mit den Zehen den flachen Untergrund berühren, während der Fuß sonst auf einem sich nach hinten leicht ansteigenden Untergrund aufruht. Der rechte Arm ist leicht nach vorne entlang des Körpers herab geführt, die Finger nach innen angewinkelt. Der linke Arm ist nach vorne angewinkelt und hält den Siegeskranz, der aus Lorbeerblättern geflochten ist. Der Kopf des Siegers zeigt ein ideal gebildetes schönes Gesicht, eine kappenartig eng anliegende kurze Haartracht und ist leicht nach links gewendet. Der Blick ist leicht gesenkt (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Wandschneider, WilhelmBildhauer_In1906-1907
Starcke, HansBildhauer_In der Rekonstruktion
Fa. LauchhammerGießerei
Fa. WeißenbornWerkstatt
künstliche Insel
Datierungshinweise
1906-1907 Entstehung des zerstörten Originals; Nachschöpfung 2001, Einweihung: 09.07.2001
Objektgeschichte
Das 1942 beseitigte Original der Plastik „Der Sieger“ wurde 1906/07 nach dem Modell von Wilhelm Wandschneider (1866-1942) geschaffen. Die 2001 angefertigte Kopie entstand nach Modell des Bildhauers Hans Starcke, der auch den Sockel arbeitete. Der Bronzeguss der Figur und der Sockelplakette erfolgte in der Gießerei Lauchhammer. Die Bauleitung für das Projekt oblag den Firmen Müller + Altmeyer (Karl-Heinz J. Müller und Jürgen Altmeyer) und HORTEC GbR (Büroleitung: Christa Ringkamp), Berlin, die Ausführung der Insel unternahm die Fa. Weißenborn. Ein Zweitguss von 1934 in Plau am See (mit Steinsockel und der bronzenen Sockelplakette) und der originale Gips im Wilhelm-Wandschneider-Museum in Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) von 1907 sowie eine in Privatbesitz erhaltene Statuette des Siegers in Berlin ergaben eine ausreichende Grundlage für die Erstellung einer Nachschöpfung der 1942 verloren gegangenen Plastik im Berliner Tiergarten. Das Modell für den in Lauchhammer ausgeführten Bronzeguss schuf Hans Starcke (1957-2015), der auch nach dem Vorbild des Plauener Exemplares den Sockel schuf. Während das Original der Plastik „Der Sieger“ am Ufer des Teiches nahe der damaligen Charlottenburger Chaussee Aufstellung gefunden hatte, wurde aus Gründen der Sicherheit eine Aufstellung der Nachschöpfung auf einer künstlerischen Insel beschlossen. In Betracht gezogen wurde dabei auch die durch die unter Albert Speer durchgeführte Verbreiterung der heutigen Straße des 17. Juni zur „Ost-West-Achse“, deren Anlage auch das Umfeld des originalen Standortes beeinträchtigt hat. Auftraggeber des Wiedergewinnungs-Projektes war die Gartendenkmalpflege des Landesdenkmalamtes Berlin unter Leitung von Klaus-Henning von Krosigk, unterstützt mit Finanzmitteln der v.-Hinckeldey-Stiftung, Berlin (Jörg Kuhn, Susanne Kähler, Detlev J. Pietzsch).
Maße
FigurHöhe1.7 m
Gewicht170 kg
SockelHöhe1.5 m
Gewicht1 Tonnen
Verwendete Materialien
Figur, ReliefBronze
SockelSandstein
InselMetall
Naturmaterial
Technik
Figurgegossen
Reliefgegossen
Sockelbehauen
Inselmontiert
ZustandZeitpunkt
gesamtgut2003
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Wirth, Irmgard: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Bezirk Tiergarten, Berlin, 1955, S. 220.
  • Ruchhöft, Bernd: Wilhelm Wandschneider. Leben und Werk eines Mecklenburger Bildhauers, Plau am See, 1992, S. 21, 24, 38, 44, 68, 76. Abb. des Gipses im Wilhelm-Wandschneider-Museum, Plau am See und Abb. des Zweitgusses von 1934

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