Cadillacs in Form der Nackten Maja

Cadillacs in Form der Nackten Maja

Foto: Dietrich Graf, 2014, CC-BY-4.0

2 Cadillacs-Fleetwood in einer Betonskulptur inmitten eines rechteckigen Feldes von Marmorbruchstücken (Susanne Kähler).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Vostell, Wolf (Künstler:in)
1987

Objekt­geschichte

Teil des Skulpturenboulevards entlang der Tauentzienstraße und des Kurfürstendamms zur 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987. Die Realisierung erfolgte durch den Neuen Berliner Kunstverein im Auftrag des Senators für kulturelle Angelegenheiten und mit Finanzmitteln des Senators für Bau- und Wohnungswesen Berlin. Der Beginn der Aufbauarbeiten war der 23. März 1987. Vostells Intention war die Entlarvung des 24-stündigen Tanzes der Autofahrer ums Goldene Kalb, worauf er mit dem nach einem berühmten Goya-Gemälde nachgebildeten Titel anspielt. Das in vielfacher Weise mit deutsch-amerikanischen Identifikationen spielende Kunstwerk kommentiert die Blechlawine, die den Kurfürstendamm an seinem westlichen Ende in Richtung Stadtautobahn verläßt, bzw. von ihr in den Prachtboulevard einmündet. Nach der Aufstellung der Skulptur organisierten sich Bürgerverbände gegen die als bloße Provokation empfundene Skulptur, was in dem ironischen Beton-Trabbi gipfelte, der von Unbekannten auf eine benachbarte Verkehrsinsel mit der Beschriftung Einigkeit und Recht auf künstlerische Freiheit gestellt wurde (diese Ergänzung nicht vor Ort erhalten). Das Objekt wurde 1999 erstmals umfassend saniert. Der Rost wurde entfernt, die Wagen erhielten eine neue Lackierung und der Beton wurde- etwas heller als ursprünglich - neu angestrichen. 2001 brach ein Stück Beton aus der Vorderfront des Wagens auf der schiefen Ebene. Eine erneute umfassende Sanierung des Objektes erfolgte 2006 initiiert durch den Verein Pro City West e. V. unter künstlerischer Leitung von Rafael Vostell, dem Sohn von Wolf Vostell. Diese Sanierung kostete 100.000,- Euro und wurde von der Limes Vertriebsgesellschaft mbH finanziert, der dafür Werbung am Baugerüst zugestanden wurde. Im Anschluss an die Sanierung erhielt das Objekt eine Illuminierung. Der erhebliche Widerstand gegen die Aufstellung und die Belassung der Skulptur in den ersten Jahren, getragen vom Bund der Steuerzahler und der Bürgerinitiative Rathenauplatz hat sich im Laufe der Zeit etwas beruhigt (Marc Wellmann, Susanne Kähler).

Maße

(gesamt)
Höhe
Breite
Länge

8 m
6 m
6 m

Verwendete Materialien

Beton (Figur) (Materialarchiv)
Stahl (Autos) (Materialarchiv) , zwei Cadillacs von 1971
Marmor (Umfeld) (Materialarchiv)

Technik

gegossen (Figur)
gefasst, grau angestrichen

Zustand

gut (gesamt, 2009), nach Sanierung 2006

Vollständigkeit

vollständig, nach Sanierung 2006


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