Brunnenanlage

Brunnenanlage

Foto: Susanne Kähler, 2008, CC-BY-4.0

Von Süden nach Norden verlaufendes, langes, schmales Brunnenbecken mit vier runden Aufweitungen. Die inneren Rundelemente haben gestalterisch die Funktion von Gelenken, von dem aus das schmale Brunnenbecken seine Laufrichtung leicht geknickt fortsetzt. Der Brunnen ist aus Beton gegossen, mit Keramikplatten verkleidet und mit Steinplatten bedeckt. Wasseraustritte über Düsen in den Rundelementen (Jörg Kuhn).

Fakten

Kategorie

Brunnen   

Bezirk/Ortsteil

unbekannt

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Tümler, Karl-Heinz (Künstler:in)
1957-1958

Objekt­geschichte

Die sehr aufwändige, mit Brunnen, Figuren und einer Art Grottenpavillion reich ausgestattete, historische Gestaltung des Bayerischen Platzes war durch die Ereignisse der Kriegs- und insbesondere der Nachkriegszeit in den 1940er Jahren stark zerstört worden. 1957-1958 wurde der Platz nach Entwürfen von Karl-Heinz Tümler (auch: Carl Heinz Tümler) neugestaltet. Tümler gilt auch als Entwerfer des Brunnens. Der Brunnen wurde zuletzt 2006-2007 saniert. Der Brunnenentwurf versucht durch seine, den tradierten Sehgewohnheiten entgegenstehenden Gestaltung, ganz offensichtlich an die internationale Entwicklung der modernen Kunst anzuknüpfen. Der Wunsch mit der Tradition historistischer und neuklassizistischer Brunnengestaltungen zu brechen, ist klar erkennbar. Das technizistische Element, das dem Brunnen eine, stark vergrößerte und vereinfachte, formale Verwandtschaft zu Antriebsketten verleiht, wirkt innerhalb der zwar auch neugestalteten, jedoch in ihrer Grundanlage noch immer spätkaiserzeitlichen Grünfläche immer noch irritierend. Die leichte Erreichbarkeit des Wassers sichert dem Brunnen in der warmen Jahreszeit jedoch eine stete Aufmerksamkeit durch spielende Kinder. Bei der Wiederherstellung des Brunnens wurden die Blumenbeete in unmittelbarer Brunnennähe nicht wieder hergestellt. Dies trägt zu der „neuen Volkstümlichkeit“ des Brunnens entschieden bei. Ein gleichwertiger Ersatz für den ausladenden neubarock-jugendstiligen großen Brunnen, der bis in die Nachkriegszeit den Platz im Bereich der heute mehrspurigen Grunewaldstraße stand und der Planung der "autogerechten Stadt" im Wege war, ist dieser "moderne" Brunnen jedoch nur begrenzt (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

Maße

(Brunnenbecken)
Länge
(runden Becken)
Durchmesser

40 m

3 m

Verwendete Materialien

Beton (Brunnen) (Materialarchiv)
Steinzeug, Fliesen
Naturstein, Platten

Technik

gegossen (Brunnen)
verkleidet

Zustand

gut (gesamt, 2008)
ersetzt (Abdeckplatten, 2008), urspr. Kunststein, jetzt Naturstein

Vollständigkeit

vollständig, Restaurierung 2007

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