Zwei Rosseführer

Zwei Rosseführer

Foto: Susanne Kähler, 2005, CC-BY-4.0

Auf den Wangen der vom Vorplatz des Marathontores zum Maifeld herabführenden Stufen stehen die beiden monumentalen Gruppen der „Rosseführer“, gefertigt aus Muschelkalkwerksteinblöcken. Die beiden zueinander spiegelbildlichen sonst gleichen Gruppen haben jeweils eine Höhe von 5 Metern. An der Innenseite steht jeweils eine männliche Aktfigur in leichter Schrittstellung, den an der Treppenseite befindlichen Arm an die Hüfte gelegt, ein Tuch liegt über dem Unterarm. Mit der anderen Hand hält er den Kopf des Pferdes am Zaumzeug nach oben und zwingt es so zu gerader Haltung (Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Wackerle, JosefKünstler_In1935-1936
Fa. Albert Burrer NatursteinwerkeAusführende_R
Objektgeschichte
Für die künstlerische Ausstattung des gesamten Olympia-Geländes war ein "Kunstausschuss" eingesetzt worden (dem auch Wackerle angehörte), der für einzelne Aufgaben beschränkte Wettbewerbe ausschrieb. Aufgefordert wurden zumeist die Künstler, die sich 1935 an dem Wettbewerb zur Ausgestaltung der Eingangspfeiler der Dietrich-Eckart-Bühne (heute Waldbühne) beteiligt hatten. In dem Kunstausschuss waren neben Vertretern des Innen-, Erziehungs- und Propagandaministeriums die Architekten Werner March und Paul Schultze-Naumburg, Eugen Hönig als Präsident der Reichskulturkammer und die Bildhauer Wilhelm Gerstel, Ludwig Isenbeck und Josef Wackerle Mitglieder. Obwohl zur Jury gehörend wurde Wackerle vom Kunstausschuss im März 1935 zur Abgabe von plastischen Entwürfen für den übergang vom Stadion zum Maifeld aufgefordert. Im Juli wurde der Künstler angewiesen, die Figuren weniger bewegt zu gestalten, eine endgültige Entscheidung über die Skulpturen sollte Reichskanzler Adolf Hitler fällen. Im Dezember 1935 erhielt Wackerle den Auftrag zur Ausführung der Arbeiten. Mit den beiden Skulpturen von Meller und Mages markieren die "Rosseführer" die Trennung zwischen dem Stadionbereich und dem Maifeld (Josephine Gabler).
Maße
beide GruppenHöhe5 m
Verwendete Materialien
Muschelkalk
Technik
behauen
Inschriften
Bezeichnung (gemeißelt)
auf dem als Stütze unterhalb der Perdeleiber befindlichen Block oberhalb der Plinthe
WACKERLE
ZustandZeitpunkt
verwittert, laut Gutachten von 19972005
biogener Bewuchs2005
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 24.
  • Reclams Kunstführer Berlin, Stuttgart, 1991, S. 300-301. Ausgabe 1991
  • Schäche, Wolfgang: Das Reichssportfeld : Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht, Berlin, 2001.
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin. Steine beginnen zu reden, Berlin, 1991.
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin : Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld = Olympia stadium, Berlin, 2000.
  • Eckstein, Beate: Im öffentlichen Auftrag: Architektur- und Denkmalsplastik der 1920er bis 1950er, Hamburg, 2005, S. 402-403. Abb. 99-103
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 170-172.
  • Lesser, Katrin: Gartendenkmale in Berlin, Parkanlagen und Stadtplätze , 2013, S. 80-87, 525.

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