Am Fries des Gebälks der Neuen Wache befinden sich genau oberhalb der Säulen sowie an den beiden Seiten der Vorhalle insgesamt zehn Viktorien. Die mit langen Gewändern bekleideten, geflügelten Gestalten halten Kränze, Girlanden und Palmblätter in den Händen (Nicola Vösgen).
Standort
unbekannt
Kategorie
Epoche
Bezirk/Ortsteil
unbekannt
Schaffende/
Schinkel, Karl Friedrich (Architekt:in)
1817-1818, Entwurf
Schadow, Johann Gottfried (Bildhauer:in)
Modelle
Wichmann, Ludwig Wilhelm (Bildhauer:in)
Mitarbeit Modelle
Wolff, Emil (Bildhauer:in)
Mitarbeit Modelle
Objektgeschichte
Die Viktorien sind um 1818 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel und Modellen von Gottfried Schadow unter Mitarbeit von Ludwig Wichmann und Emil Wolff in einer Metall-Legierung gegossen worden. Schadow war im Juli 1817 mit der Ausführung der zehn Viktorien beauftragt worden, im Januar 1818 war die erste der Viktorien in Metall fertiggestellt, für zwei weitere waren die Gipsmodelle ausgeführt. Im Verlauf der folgenden Monate wurden die insgesamt zehn Viktorien von Schadow unter Mitarbeit von Wichmann und seines Schülers Emil Wolff modelliert , gegossen und zwischen Ende Juni und Anfang August 1818 am Gebälk der Neuen Wache angebracht. Die Neue Wache, die im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war, ist bis 1957 wiederhergestellt worden. Von den ursprünglich zehn Viktorien waren sechs erhalten, die vier fehlenden wurden nachgegossen. Mit dieser Aufgabe ist im März 1957 die Kunstgießerei VEB Lauchhammer und speziell für die bildhauerischen Arbeiten der Dresdner Bildhauer Paul Moll beauftragt worden. Im Dezember 1957 erfolgte die offizielle Abnahme der Viktorien am Gebälk der Neuen Wache. In den Jahren 1983/85 waren weitere Restaurierungsmaßnahmen am Giebelfeld und den Viktorien erforderlich, die von dem VEB Denkmalpflege durchgeführt wurden. Die letzte Restaurierung erfolgte 2010 durch die Firma für Metallrestaurierung Haber & Brandner. Sehr lange Zeit gingen Kunsthistoriker davon aus, dass die zehn Viktorien in Zinkguß hergestellt seien und es sich um die frühesten Zinkgüsse in Preußen handeln würde. Grundlage für diese Annahme war eine Beschreibung von Johann Gottfried Schadow, der in seinen 1849 veröffentlichten Lebenserinnerungen berichtete: „Dieses [die Viktorien der Neuen Wache] waren mit die ersten Arbeiten, welche in Zinkguß gefertigt worden, wobei das Verfahren wenig Schwierigkeiten darbietet, indem der Gips das leicht fließende Metall gerne annimmt." (zit. nach: Götz: Schadow, 1987, S. 588). Diese Materialangabe ist in den folgenden Jahrzehnten u.a. auch von den Biografen Schadow´s übernommen worden. Erst 1931 beschrieb Wolfgang Dronke, dass die Viktorien aus Blei gefertigt seien. Vom Rathgen Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin wurden 1998 Materialanalysen an vier der Viktorien durchgeführt. Die Analysen ergaben, dass eine der Viktorien aus Blei, zwei aus einer Blei-Zinn-Legierung und eine der Viktorien aus einer Legierung aus Zinn, Zink und Blei bestehen. Angesichts der Restaurierungs- und teilweisen Wiederherstellungsmaßnahmen der 1950er und 1980er Jahren, in denen teilweise Ausbesserungen und Ergänzungen in Blei und in Zink vorgenommen worden, bleibt es nach wie vor unklar, in welchen Material die zehn Viktorien ursprünglich hergestellt waren. Am wahrscheinlichsten erscheint eine Legierung aus verschiedenen Metallen, möglicherweise Zinn, Zink und Blei. Ganz sicher aber bestanden sie nicht, wie von Schadow beschrieben, aus Zinkguss, da diese Technik erst in den 1830er Jahren entwickelt wurde (Nicola Vösgen).
Maße
Verwendete Materialien
Metall (Materialarchiv) , evtl. Blei, Zinn und Zink
Vollständigkeit
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