Viktoria entscheidet den Kampf der Helden

Baugebundene Kunst

Viktoria entscheidet den Kampf der Helden

Foto: Rieke Fender, 2025, CC-BY-4.0

Weitere baugebundene Kunst (2)

Gebäude der baugebundenen Kunst

Neue Wache

Gebäude der baugebundenen Kunst

ln dem Giebelfeld der Neuen Wache ist in der Mitte eine Siegesgöttin dargestellt, zu deren Seiten sich jeweils ein Streitwagen mit Wagenlenker und Krieger befinden. In der linken Schräge folgt ein weiterer Krieger, der einen Sterbenden trägt, ein Bogenschütze und eine kauernde Frau, in deren Arme sich ein Kind geflüchtet hat. Die rechte Schräge füllen zwei miteinander kämpfende Soldaten sowie ein von zwei Kriegern gestützter Sterbender. Das dargestellte Kampfgeschehen verweist auf die ursprüngliche Funktion als Wachgebäude (Nicola Vösgen).

Fakten

Standort

unbekannt

Kategorie

Bauplastik   Giebelfeld   

Bezirk/Ortsteil

unbekannt

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Schinkel, Karl Friedrich (Architekt:in)
1842-1846, Entwurf

Kiss, August Karl Eduard (Bildhauer:in)
Modell

Zinkgießerei Moritz Geiss (Ausführende:r)

Objekt­geschichte

Das Giebelfeld der Neuen Wache sollte bereits 1818 ausgeführt werden, aus finanziellen Gründen wurde dies jedoch zunächst verschoben und das Giebelfeld der Neuen Wache blieb bis in die 1840er Jahre ohne bildnerischen Schmuck. Schinkel hatte das Programm für das Giebelfeld in der Sammlung Architektonischer Entwürfe ausführlich beschrieben: „Die Sculptur im Giebel […] stellt einen Kampf dar, eine Victoria entscheidet in der Mitte für den rechts kämpfenden Helden, links ist dargestellt: letzte Anstrengung, Aufmunterung zum Kampfe, Flucht, Raub, und Schmerz der Familie, die ihr Schicksal erwartet; rechts sieht man Ueberwältigung und Trauer um einen gefallenen Helden.“ (Architektonische Entwürfe, 1819, Textteil). Erst Friedrich Wilhelm IV. verkündete am 17. Dezember 1840 einen Erlass, laut dem die unvollendet gebliebenen Schinkel-Bauwerke fertiggestellt werden sollten. In einer Aufstellung der von diesen Maßnahmen betroffenen Gebäude ist u.a. die Neue Wache genannt. Es waren „für die Skulpturen im Tympanon: Überarbeitung eines bereits vorhandenen Modells, dessen Einrichtung zum Guß, der Zinkguß, Aufstellung, Befestigung und Anstrich" 3400 Taler vorgesehen (Rave, 1962, S. 167). Im folgenden Jahr fiel die Entscheidung gegen die Verwendung des vorhandenen Modells und am 8. Januar 1842 wurde der Bildhauer August Kiss mit der Modellierung eines Giebelfeldes beauftragt, das sich allerdings an dem Entwurf Schinkels orientieren sollte. In einem Kostenvoranschlag der Zinkgießerei Moritz Geiss vom 17. September 1844 sind die Kosten für den Guss des Giebelfeldes mit 900 Talern angegeben. lm folgenden Jahr erfolgte die Ausführung in Zinkguss und am 18. Juni 1846 konnte das Giebelfeld an der Neuen Wache angebracht werden. In dem Verkaufskatalog von Geiss ist das Giebelfeld im 14. Heft abgebildet. Es sind keine Informationen zur originalen Farbigkeit überliefert. Aufgrund des Architekturkontextes ist anzunehmen, dass das Relief ursprünglich Steinfarben gestrichen oder gesandelt war. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und jahrelangem Verfall wurde 1956 die Entscheidung für die Wiederanbringung des Giebelreliefs getroffen. Die fehlenden Teile mussten dafür nachgeformt werden. Mit dieser Aufgabe wurde im März 1957 die Kunstgießerei VEB Lauchhammer beauftragt, die bildhauerischen Arbeiten sind dem Dresdner Bildhauer Paul Moll übertragen worden. Ende 1957 kam das restaurierte Giebelfeld zurück an die Neue Wache. Die letzte Restaurierung erfolgte 2009 durch die Firma für Metallrestaurierung Haber & Brandner (Nicola Vösgen).

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