Turmportal: Christus, Johannes, Matthäus

Baugebundene Kunst

Turmportal: Christus, Johannes, Matthäus

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Gebäude der baugebundenen Kunst

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Gebäude der baugebundenen Kunst

Am Turmportal der Lutherkirche befinden sich drei überlebensgroße Statuen: in der Mitte ein segnender Christus, links daneben der Apostel Johannes und rechts der Apostel Matthäus.

Christus hielt die verlorene rechte Hand im Segensgestus erhoben, die ebenfalls verlorene linke Hand war vorgestreckt und einladend geöffnet. Auf dem Sockel rechts sind Stifter und Bildhauer vermerkt: „Gest. v. Dr. Blasius / 1893 C. Starck“. Der Apostel Johannes hält das Evangelium im linken Arm und schaut in Richtung der Christus-Statue. An der Sockelvorderseite die Inschrift „Johannes“ und rechts „Gesch. d. Fam. E. F. Jacob / 1893 W. Haverkamp“. Der Apostel Matthäus blickt auf eine Tontafel, die er mit der linken Hand hält. In seiner Rechten befand sich ein Schreibwerkzeug, das heute verloren ist. An der Vorderseite des Sockels steht „Matthäus“, an der rechten Seite die Stifter- und Bildhauerinschrift: „G. v. Frl. A. v. Rochow / Fr. Pfannschmidt“ (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Haverkamp, Wilhelm (Bildhauer:in)
1893-1894, Johannes

Pfannschmidt, Friedrich Johann (Bildhauer:in)
Matthäus

Starck, Constantin (Bildhauer:in)
Christus

Objekt­geschichte

Für die um 1893/94 geschaffenen Sandstein-Statuen waren drei Bildhauer beauftragt worden. Von Constantin Starck stammt das Modell für den Segnenden Christus, von Wilhelm Haverkamp der Apostel Johannes und von Friedrich Pfannschmidt der rechts stehende Apostel Matthäus. Stifter der Christus-Statue war der in der Lützowstraße ansässige praktische Arzt Dr. Heinrich Blasius, dem anlässlich der Einweihung der Kirche der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen wurde (Berliner Börsenzeitung, 05.05.1894, Abendausgabe, S. 2). Stifter der Johannes-Statue war vermutlich der Ratsmaurermeister Ernst Friedrich Jacob. Bei der Stifterin der Matthäus-Statue handelte es sich um das Fräulein Anna Hippolyta von Rochow (1821–1896), einer Tochter des Gutsbesitzers und Hofmarschall des Prinz Wilhelm von Preußen, Adolf Friedrich August von Rochow. Oberhalb des Turmportals befand sich ursprünglich ein vergoldetes Marmor-Medaillon „Christus mit der Dornenkrone“ von Carl Cauer, das in den 1980er Jahren im Innenraum der Kirche erhalten war. Vermutlich bestanden anfangs Planungen auch in den beiden Nischen an der Nordseite des Turmes zwei (weitere Apostel?) Statuen aufzustellen. Zwei leere Konsolen mit Baldachinen in exakt derselben Höhe wie diejenigen der zwei vorhandenen Apostelstatuen scheinen auf diese Planungen hinzudeuten. Nur in einer frühen Veröffentlichung der Bauplanungen von 1891 und auf einem 1893 publizierten Stich ist tatsächlich unter einem der Baldachine an der Nordfassade eine Statue eingezeichnet (Zentralblatt der Bauverwaltung, 11.1891, S. 55; Architektonische Rundschau, 9.1893, H. 9, S. 1, Taf 69). Allerdings liegen über eine geplante Aufstellung von zwei weiteren Statuen keine schriftlichen Überlieferungen vor (Nicola Vösgen).

Inschriften

Inschrift
Sockel, rechts
»Gest. v. Dr. Blasius // 1893 C. Starck«

Inschrift
Sockel, an Vorder- und rechter Seite
»Matthäus // G. v. Frl. A. v Rochow / Fr. Pfannschmidt«

Inschrift
Sockel, an Vorder- und rechter Seite
»Johannes // Gesch. d. Fam. G.E. Jacob / 1893 W. Haverkamp«

Zustand

beschädigt (Matthäus, 2023), Daumen linke Hand fehlt, Attribut Schreibwerkzeug verloren
beschädigt (Christus, 2023), beide Unterarme fehlen
beschädigt (Johannes , 2023), linker Arm und einige Finger der rechten Hand verloren

Vollständigkeit

unvollständig


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