„Stumpf-Bild“ mit weiblicher Maske

„Stumpf-Bild“ mit weiblicher Maske

Foto: Susanne Kähler, 2003, CC-BY-4.0

Auf einem breiten, zweistämmigen Baumstumpf am südlichen Rand einer bewachsenen künstlichen Insel im Südbereich des Neuen Sees hat der Hamburger Künstler manfred Ritthoff-Lienau eines seiner „Stumpf-Bilder“ installiert. Auf der Schnittscheibe des größeren Stammes hat Ritthoff-Lienau ein annährend rundes, hellglänzendes Metallblech, bestehend aus zwei annährend großen Hälften, aufgenagelt. In der Mittelachse, dort, wo die beiden Blechhälften aneinander stoßen, ist eine erhabene weibliche Maske, bestehend aus zwei grafitgrauen Blechhälften eingelassen. Die weibliche Maske mit langem Hals ist dergestalt aus zwei Blechteilen zusammengesetzt, dass die Naht vertikal in der Mittelachse verläuft, die beiden Blechhälften aber zueinander leicht versetzt angebracht sind, so dass die rechte Hälfte leicht tiefer ansetzt, als die linke. Die weibliche Maske erinnert in ihrer Gestalt an eine Totenmaske, jedoch ohne erkennbare individuelle Züge. Vielmehr scheint es die Maske einer Figurine aus einem Schaufenster zu sein, ein Eindruck, der durch die fehlende Haarangabe und die gleichmäßigen, etwas blasiert wirkenden Gesichtszüge unterstrichen wird. Während dieser Teil des „Stumpf-Bildes durch die Schrägstellung des Baumstumpfes dem am Ufer stehenden Betrachter zugewandt ist, weist der andere Teil des „Stumpf-Bildes“, ein auf einem kleineren Stumpfabschnitt genageltes, etwa rundförmiges Blech, nach Osten. Der Betrachter nimmt dieses Blech in einer stark verkürzenden Schrägansicht wahr. Ein wirkungsvoller ästhetischer Effekt entsteht durch die Spiegelung des „Stumpf-Bildes“ im umgebenden Wasser (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Ritthoff-Lienau, ManfredKünstler_In1990-1994
Objektgeschichte
Seit etwa 1990 lassen sich manfred Ritthoff-Lienaus charakteristischen „Stumpfbilder“ in verschiedenen Grünanlagen deutscher Städte finden, darunter auch im Großen Tiergarten. Die Installation geschah in den frühen 1990er Jahren ohne Benachrichtigung der Tiergartenverwaltung und damit auch ohne offizielle Genehmigung. Obgleich nicht von allen Mitarbeitern der Verwaltung gutgeheißen, genießen die „Stumpf-Bilder“ die sozusagen wohlwollende Duldung der Verwaltungsleitung (Jörg Kuhn, Susanne Kähler, 2003).
Verwendete Materialien
gesamtBlech
Stahl
Naturmaterial
Holz
Technik
gesamtgeschnitten
gehämmert
geschweißt
genagelt
montiert
zusammen gefügt
ZustandZeitpunkt
gut2003
Holzvermodert, leicht2003
Blechkorrodiert2003
Vollständigkeit
vollständig

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