Skulptur vor der Deutschen Oper

Skulptur vor der Deutschen Oper

Foto: Rula Badran_2021_CC-BY-4.0

Filigrane, durch ihre schiere Größe trotzdem monumental wirkende, jedoch gleichzeitig leicht und bei aller Statik beweglich anmutende Stilisierung eines Phantasievogelwesens (Jörg Kuhn). Die Säule mit freiplastischer, unsymmetrischer und dachähnlicher Form, positioniert im oberen Drittel des Objekts. Die Skulptur ist geschweißt, montiert und in Schwarz gefasst. Sie steht vor der massiven hellen Fassade der Deutschen Oper Berlin. Das Objekt hat eine Hauptansichtsseite und entwickelt sich aus einer schmalen Basis zu einem kraftvollen Kraftwerk, um schließlich die Oper um mehrere Meter zu überragen. „Über die pfeilartig in den Himmel schießende Spitze verbindet sich die Skulptur mit dem Kosmos. Die [..] breiten Flügel enthalten die Idee des Auffliegens und das Zeichenbild des Vogels“ (Zitat Werner Haftmann: Hans Uhlmann, Leben und Werke, Berlin 1975) (Rula Badran).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Uhlmann, HansKünstler_In1960-1961
Objektgeschichte
Vom Volksmund auch als "Schaschlikspieß" verballhornt. Herstellung in einem Berliner Industrie-Werk auf der Basis eines zwei Meter hohen Modells nach aerodynamischer und statischer Prüfung (Marc Wellmann). Das Kunstwerk sollte, so der Architekt Fritz Bornemann, der massiven Fassade der Deutschen Oper ein „plastisch architektonisches Gegengewicht“ zur Seite zu stellen. Er beabsichtigte die 64 x 16 Meter große Fassade mit einem Kunstwerk zu beleben. Im Jahr 1955 erfolgte die Ausschreibung hierfür als der erste große Wettbewerb der Westberliner Kunst am Bau. Es nahmen die vier Berliner Bildhauer Karl Hartung, Bernhard Heiliger, Erich Reuter und Hans Uhlmann teil. Obwohl zunächst ein Wandschmuck vorgesehen war, entschied man sich für den Beitrag Uhlmanns, der als einziger eine freistehende Plastik in Form einer Stele vorschlug und damit den Wettbewerb gewann. „Das weithin sichtbare, informelle Kunstwerk aus schwarz getöntem Chromnickelstahl mit blank geschliffenen Kanten rhythmisiert die gleichförmige Fläche und akzentuiert das eher zurückhaltende Bauwerk. Mit ihrer aufstrebenden Form erzeugt die Plastik einen dynamischen Kontrast zur Statik der Fassade und behauptet ihre Wirkung auch nachts, wenn die Lichtstrahler unterschiedliche Schattenwürfe erzeugen.“ (BBSR Online Publikation Nr. 02/201) Der Berliner Bildhauer Hans Uhlmann schuf das Werk in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts. In diesem Zeitraum setzte sich der Künstler mit den Motiven Faltung, Entfaltung, Säulen und Turme beschäftigt. Uhlmann gilt als einer der Begründer der Metallplastik in Deutschland. Sein Werk umfasst ca. 250 Skulpturen und mehr als tausend Zeichnungen. Er erhielt zahlreiche Aufträge für Skulpturen im öffentlichen Raum und nahm an internationalen Ausstellungen teil (Rula Badran).
Maße
gesamtHöhe20 m
Breite8.5 m
Verwendete Materialien
Chrom-Nickel-Stahl
Technik
geschweißt
montiert
farbig gefasst
ZustandZeitpunkt
gut2021
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Damus, Martin: Fuchs im Busch und Bronzeflamme. Zeitgenössische Plastik in Berlin-West, München, 1979, S. Buchtitel, 40-41.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 2.
  • Haftmann, Werner: Hans Uhlmann. Leben und Werk. Oeuvreverzeichnis der Skulpturen , Berlin, 1975, S. Nr. 191.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Berlin, 1988, S. 15.
  • Blomberg, Katja: Lynn Chadwick. Biester der Zeit Lynn Chadwick, Katja Strunz, Hans Uhlmann : Ausst. Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, Köln, 2019.
  • Kurzdokumentation von 150 Kunst-am-Bau-Werken im Auftrag des Bundes seit 1950, 2019, S. 106 f. ..

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