Sitzstein mit Tiermotiven

Sitzstein mit Tiermotiven

Foto: Layla Fetzer, 2019, CC-BY-4.0

Die freistehende Natursteinskulptur wurde vom Bildhauer Alfred Bernau geschaffen. Der zweiteilige Sitzstein hat eine rechteckige Grundform. An der höchsten Stelle misst er 0,89 m. Es handelt sich bei dem Sitzstein um ein Hochrelief. Dargestellt sind drei liegende Tiere, die eine Gruppe bilden. Der Sitzstein und die darauf ruhenden Tiere, eine Echse, ein Widder und ein Löwe, sind aus einem Block gefertigt. Sie sind so angeordnet, dass ihre Köpfe in drei unterschiedliche Richtungen zeigen und sie von einander abgewandt sind. An der Hauptansichtseite liegt mittig quer, den Kopf nach rechts ausgerichtet, die Echse. Hinter ihr, auf dem linken Block, ist der Löwe angeordnet. Er ist vom Betrachter weggedreht. Auf dem rechten Block hinter dem Kopf der Echse ruht der Widder. Ihre Körper berühren sich an den seitlichen Achsen und gehen an diesen Schnittstellen ineinander über. Ihre Anordnung ist symmetrisch. Der Sitzstein ist vor einer Baumgruppe auf einer Rasenfläche platziert, die auf der Spitze der Kreuzung Seefelderstraße, Malchower Weg liegt. Die Funktion leitet sich aus der in der Dokumentation vermerkten Bezeichnung „Sitzstein“ ab. Die geringe Höhe von 0,46 m an der niedrigsten und 0,89 m an der höchsten Stelle weist ebenfalls darauf hin, dass sie zum Verweilen genutzt werden kann und soll. Der Sitzstein ist auf einer Sandsteinplatte befestigt, die als Sockel dient. Die Skulptur überschneidet die Sockelplatte so, dass sie für den Betrachter nicht sichtbar ist. Die Oberfläche der Skulptur ist weitgehend naturbelassen. Der Stein ist bossiert. Zum Teil sind die aus dem geschnittenen, quaderförmigen Steinblock herausgearbeiteten Tierkörper geriffelt. Diese Technik verleiht ihnen ihre charakteristischen Konturen. Der Sitzstein ist allansichtig angelegt und ist von allen Seiten zugänglich. Jedoch kann die Ansicht mit der Echse im Vordergrund als Hauptansicht bestimmt werden, da sich ihr Körper an der langen Kante über beide Steinblöcke erstreckt, und Kopf und Körper dem herankommenden Betrachter zugewandt sind. Die Vielansichtigkeit bedingt, dass man um den Stein herumgehen muss, um alleTiere betrachten zu können. Die Tiere sind liegend, nicht jedoch schlafend, dargestellt. Die Köpfe haben sie jeweils auf ihre vorderen Extremitäten gelegt, die Hinterbeine sind angewinkelt. Sie scheinen auf dem Stein, aus dem sie geschaffen wurden, zu ruhen und sind in keine aktive Handlung involviert. Die Skulptur weist keine weist keine weiteren Attribute auf. Die dargestellten Tiere sind durch ihre Blickrichtungen voneinander abgewandt, berühren sich jedoch an den Achsen, die ihre Rücken bilden und verschmelzen an diesen Schnittstellen förmlich. Ihr Ausdruck ist schläfrig. Ihre Augen sind geöffnet, haben jedoch keine erkennbaren Pupillen, so dass sie dem Betrachter nicht direkt zugewandt sind. Ihre Positionierung auf dem Stein lässt sie träge, beinahe passiv wirken. Anhand der beschriebenen Merkmale sowie der ungenauen zeitlichen Einordnung der Skulptur und der geringen Informationen über den Künstler, kann nur eine vage Deutung vorgenommen werden. Weder an der Skulptur selbst noch in unmittelbarer Umgebung ist eine Informationstafel zum Objekt zu finden. (Layla Fetzer)

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Bernau, AlfredBildhauer_In1971-1989
Objektgeschichte
Aus den Unterlagen des Archivs des Museum Lichtenberg im Stadthaus geht hervor, dass der Sitzstein am 26.02.1996 fotografisch dokumentiert wurde. Dort ist folgende Bemerkung zu finden: [Das Foto] „zeigt, dass Plastik beschmiert und an mehreren Stellen angeschlagen ist“. Die Plastik zum Thema „Sitzstein“ ist vermutlich vor 1989 fertiggestellt worden. Diese Annahme wird gestützt durch einen Eintrag in der Datenbank aus dem Archiv Bildende Kunst der Akademie der Künste. Dieser Eintrag dokumentiert ein Foto des "Sitzsteins", welches vor 1989 aufgenommen wurde. Folglich kann man davon ausgehen, dass der Sitzstein vor 1989 entstanden ist. Die Skulptur steht in keinem erkennbaren Kontext zu ihrer Umgebung. Es ist aber anzunehmen, dass es sich um ein Kunstwerk zur Verschönerung in der in den 1970er Jahren dort entstandenen Wohnsiedlung handelt. (Layla Fetzer)
Maße
StandplatteHöhe0.05 m
StandplatteBreite3.3 m
StandplatteTiefe2.13 m
FigurHöhe0.46 m
FigurHöhe0.89 m
FigurBreite3.5 m
FigurTiefe2.33 m
BlockfugeBreite0.05 m
Verwendete Materialien
FigurNaturstein, Sedimentgestein (Konglomeratgestein)
RiegelEisen, vermutlich Gusseisen
Technik
Figurbehauen
gemeißelt
bossiert
zusammen gefügt
Inschriften
Bezeichnung (gemeißelt)
am Objekt linke Seite
AB
ZustandZeitpunkt
beschmiert2019
alt gereinigt2019
biogener Bewuchs2019
verschmutzt, leicht2019
bestoßen2019
Vollständigkeit
vollständig

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