Schlusssteine mit Tierszenen

Baugebundene Kunst

Schlusssteine mit Tierszenen

Foto: Nicola Vösgen, 2024, CC-BY-4.0

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Gebäude der baugebundenen Kunst

Oberbaumbrücke

Gebäude der baugebundenen Kunst

Sechs der Gewölbe-Schlusssteine der Oberbaumbrücke sind mit Reliefs verziert, die humoristische Tier-Szenen zeigen: ein vor einem Storch kniender Frosch, musizierende Bären, vier Möwenkinder im Nest, die von ihrer Mutter gefüttert werden, ein Hahn, der einen Wurm aus dem Boden zerrt, ein Fuchs in menschlicher Gewandung, der eine Gans davon trägt. Auf einem Relief, das zwei Karpfen und einen musizierenden Frosch zeigt, ist die Bildhauersignatur „J. Boese 1896“ erkennbar (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Bernewitz, Carl Hans (Bildhauer:in)
1896

Boese, Johannes (Bildhauer:in)
Karpfen mit Frosch, Möwen im Nest

Janensch, Gerhard (Bildhauer:in)
Landgrebe, Gustav Adolf (Bildhauer:in)

Objekt­geschichte

Die in Terrakotta gebrannten Schlusssteine wurden um 1896 von den Bildhauern Johannes Boese, Gerhard Janensch, Carl Hans Bernewitz und eventuell Gustav Adolf Landgrebe geschaffen. Es ist allerdings nur für zwei der Reliefs der Bildhauer Boese als Urheber überliefert. Am ausführlichsten berichtete die Berliner Börsen-Zeitung im August 1896 über die Hersteller und Darstellungen: „Für die Schlußsteine der Oberbaumbrücke werden von den Bildhauern Boese, Bernewitz und Prof. Janensch Reliefdarstellungen ausgeführt, die in Thon gebrannt und von kräftigem Backsteingesims umrahmt werden sollen. Es waren ursprünglich historische Scenen dafür in Aussicht genommen; schließlich aber hat man sich für Motive heiterer Art entschieden. Sehr launige Arbeiten sind bereits vom Bildhauer Boese geschaffen. Auf dem einen Relief sieht man eine Schaar junger Möwen im Stechkissen liegen; sie recken die Hälse hoch und schnappen gierig nach einem Fischlein, das die herunterfliegende Mövenmutter im Schnabel hält. Noch lustiger und hübscher ist die zweite Darstellung. Da tanzen mitten auf den schaukelnden Wellen zwei Karpfen, zärtlich aneinander geschmiegt, und ein Frosch spielt auf einer Handharmonika die Musik dazu; vom Hintergrunde blickt die Stralauer Kirche auf das seltsame Treiben.“ (Berliner Börsen-Zeitung, 20.08.1896, Morgen-Ausgabe , 1. Beilage). Drei Monate später wurde mitgeteilt „Gegenwärtig werden die Reliefs in Thon gebrannt, welche die Bildhauer Boese, Bernewitz, Prof. Janensch und Landgrebe geschaffen haben.“ (Berliner Börsen-Zeitung, 27.11.1896 , Morgenausgabe, S. 8) (Nicola Vösgen).

Verwendete Materialien

Terrakotta (Materialarchiv)

Inschriften

Inschrift
»J. Boese 1896«

Zustand

Risse (2023), teilweise starke Rissbildung

Vollständigkeit

vollständig, vermutlich


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