Schlossbrunnen

Schlossbrunnen

Neptunbrunnen

Neubarocker Prachtbrunnen mit zahlreichen Figuren aus Bronze; In einem vierpassigen Brunnenbecken aus rötlichem Granit erhebt sich die krass naturalistisch gestaltete Bronzeplastik aus Bronze. Auf einem Felsen ruht eine gewaltige Muschel, in der Neptun mit seinem Dreizack thront. Die Muschel wird von vier Tritonen getragen. Sie werden von zahlreichen wasserspeienden Putten und Wassertieren umgeben. Im Brunnenbecken selbst sind in allen vier Himmelsrichtungen Wassertiere aufgestellt (u. a. Krokodil, Schlange, Schildkröte), die einen Wasserstrahl zur Mitte hin spucken. Auf dem Beckenrand sitzen vier mächtige weibliche Wesen mit zahlreichen Attributen. Es sind die allegorischen Darstellungen der Flüsse Elbe, Rhein, Oder und Weichsel) (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Begas, ReinholdBildhauer_In1886-1891
Füssel, HansBildhauer der Sanierung
1960er Jahre
Datierungshinweise
Aufstellung auf dem Schlossplatz: 01.11.1891; 1969 Neuaufbau auf dem Marx-Engels-Forum mit neuem, vergrößertem Becken
Objektgeschichte
Der Brunnen entstand 1878-1886 ohne Auftrag in Anlehnung an hochbarocke italienische und französische Vorbilder, besonders die beiden von Bernini geschaffenen Brunnen der Piazza Navona in Rom und den Latona-Brunnen im Park von Schloss Versailles. Die Stadt Berlin übernahm die Finanzierung und machte den 1888 bis 1891 ausgeführten Neptunbrunnen Kaiser Wilhelm II. zum Geschenk. Repräsentativ wurde der Brunnen in der Achse der Breitestraße auf dem Schlossplatz aufgestellt und am 1.11.1891 eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg durch Ummantelung geschützt, wurde das Werk bei der Sprengung des Berliner Schlosses aufgrund der vorher beseitigten Schutzumhüllung mutwillig beschädigt, 1951 abgebaut und an mehreren Orten deponiert. Erst im Zuge der Gestaltung des Geländes um den Fernsehturm erhielt der durch Hans Füssel ergänzte und in Lauchhammer überholte Brunnen 1969 einen Aufstellungsort vor dem Roten Rathaus in einer Querachse zur Hauptachse der Parkanlage zwischen Turm und Spree.
Maße
BeckenDurchmesser
seit 1968
18 m
PlastikHöhe10 m
Verwendete Materialien
BeckenGranit, rötlich
PlastikBronze
Brunnentechnik
Technik
Beckenbehauen
geglättet
montiert
Plastikgegossen
geschweißt
patiniert
ZustandZeitpunkt
gesamtgut2009
gesamtverkalkt2009
Verfugungschadhaft, teilweise2009
NatursteinAbplatzungen, vereinzelt2009
Beckenergänzt, 1969 neu geschaffen2009
Vollständigkeit
vollständignach der aufwändigen und teilweise stark ergänzenden Wiederherstellung 1968-1969

  Nachweise

  • Sünderhauf, Esther Sophie: Begas. Monumente für das Kaiserreich, Berlin, 2010, S. 24-25, 223, 225-227, 366. Abb. 3a - 3b; WV 92
  • Meyer, Alfred Gotthold: Reinhold Begas, Leipzig, 1897.
  • Günzel, Wolfgang H.: Berliner Bronzen, Brücken, Bauten, Berlin, 2010, S. 140-157.
  • Bloch, Peter: Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert : das klassische Berlin, Berlin, 1994. Tafeln 279-287
  • Messer, Elke: Neptuns Reich an der Spree: Berliner Brunnen von Begas bis Bonk, Berlin, 1986, S. 50-52.
  • Kuhn, Jörg: Die Denkmäler und Brunnen in der direkten Umgebung des Berliner Schlosses, S. 87-89. in: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 112. Jahrgang, Oktober 2016, Heft 4, S. 74-103

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