Persphone

Persphone

Foto: Susanne Kähler, 2012, CC-BY-4.0

Auf einem Klinkerfundament steht der rechteckige Sockel der Figur aus Kunststein. Darauf erhebt sich die mächtige, thronende Figur der Persephone aus Muschelkalkstein über hohem Sockelblock. Der rechteckige Thron ist ein massiger Block mit vorgelegter Fußbank. Das Gewand der Göttin bedeckt den Thron teilweise, während sie selbst unbekleidet ist. Die Arme sind gerade am Körper entlanggeführt und stützen sich mit den Händen auf dem Thronblock ab. Der muskulöse Körper der Persephone ist gerade aufgerichtet, der Kopf in den Nacken gelegt. Das Gesicht mit den geschlossenen Augen ist dem Himmel zugewendet (Jörg Kuhn).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Kruse, Max (Künstler:in)
1911-1916

Datierungs­hinweise

Datierung schwankt zwischen 1911 und 1915/1916; hier aufgestellt seit 1958

Objekt­geschichte

Der Berliner Bildhauer Max Kruse schuf, möglicherweise bereits vor dem Ersten Weltkrieg, die Sitzfigur der Göttin der Unterwelt, Persephone. Die Datierung der Figur schwankt zwischen 1911 und 1916 (vgl. Ulrich Thieme/Felix Becker/Hans Vollmer, Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. 22, Leipzig 1928, S. 18-19). Stefanie Endlich datierte sie in ihrem mit Bernd Wurlitzer 1990 zu Skulpturen und Denkmälern in Berlin publizierten Buch sogar auf 1890, jedoch ohne Belege anzuführen. Dies ist mit Sicherheit eine fälschliche Frühdatierung. Eine Datierung aufgrund stilistischer Vergleiche ermöglicht jedoch die Skulptur in die Zeit des ausgehenden beziehungsweise schon überwundenen Jugendstils einzuordnen. Ist es zutreffend, dass Kruse die Persephone 1915/1916 schuf, so wäre es denkbar, dass der Erste Weltkrieg mit seiner massiven Kriegergefallenendenkmälerkultur ursächlich für das Thema des Werkes gewesen ist. Die Sitzfigur ist nur bedingt als Gartenfigur vorstellbar. Jedoch befand sie sich nachweislich im Eigentum von Eduard Arnhold (1849-1925) als Schmuck seines Gartens in Wannsee. Vom Eigentümer des Arnholdschen Anwesens erwarb die Stadt Berlin die Figur nach 1945 und ließ sie 1958 auf dem noch recht neuen Parkfriedhof Neukölln aufstellen. Eine Aufstellung der aus Muschelkalkstein (laut Endlich/Wurlitzer: Sandstein) gearbeiteten Skulptur der Hadesgattin auf einem Begräbnisplatz ist naheliegend. Interessanterweise erhielt die Persephone als Vegetationsgöttin durch die Anlage der Buga 1985 eine weitere Bestätigung ihres modernen Aufstellungsortes. Die im Britzer Garten 1985 am Rhododendrenhain bei den Grabzeichen aufgestellte Skulptur von Lothar Fischer (1933-2004), die „Große Sitzende“ von 1984 scheint eine direkte Reaktion auf Kruses Figur zu sein (Jörg Kuhn).

Maße

Höhe
38 m

Verwendete Materialien

Muschelkalk (Materialarchiv)
Kunststein (Sockel) (Materialarchiv)

Zustand

verwittert (2012)
rissig (2012)
bestoßen (2012)
Abplatzungen (2012)
bemoost (2012)

Vollständigkeit

vollständig


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