Neues Museum

Gebäude mit baugebundener Kunst

Neues Museum

Baugebundene Kunst (7)

Der dreigeschossige Museumsbau besteht aus einer zentralen Eingangshalle, die im Äußeren als Mittelrisalit mit flachen Dreiecksgiebeln ausgebildet ist. Dieser überragt die beiden seitlichen Gebäudeflügel, die sich über je acht Achsen erstrecken. Die nach Osten gerichtete Hauptfassade mit dem Eingang wird im Norden und Süden von zwei fensterlosen, kuppelbekrönten Eckrisaliten eingefasst (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Stüler, Friedrich August (Architekt:in)
1841-1855

Objekt­geschichte

Das Neue Museum wurde in den Jahren 1843 bis 1855 im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. nach Plänen des Geh. Oberbaurat Friedrich August Stüler erbaut. Es war das zweite Museumsgebäude auf der Museumsinsel und sollte der Unterbringung der Königlichen Sammlungen dienen. Stüler war im März 1841 mit den Planungen beauftragt worden, aufgrund des schlechten Baugrundes verzögerten sich die Arbeiten und die Grundsteinlegung erfolgte erst im April 1843. 1846 war der Außenbau, mit Ausnahme der bauplastischen Arbeiten in den Giebelfeldern und auf dem Dach vollendet. Anschließend begann der Innenausbau und die ersten Sammlungen konnten 1850 eröffnet werden. Im Zweiten Weltkrieg ist das Museum zu großen Teilen zerstört worden. Während die anderen Museen auf der Museumsinsel seit den späten 1940er Jahren instand gesetzt wurden, war das Neue Museum über fünf Jahrzehnte hinweg der Witterung ausgesetzt und erlitt weitere Schäden, bis es zu fast 70 Prozent zerstört war. Erst 1986 begannen erste Sicherungsmaßnahmen. Zu diesem Zeitpunkt waren der nordwestliche Gebäudeflügel und die südöstliche Gebäudeecke bereits vollständig verloren. Der Wiederaufbau wurde jedoch erst in den 1990er Jahren tatsächlich in Angriff genommen. 1997 gewann das Büro David Chipperfield Architects zusammen mit Julian Harrap den internationalen Wettbewerb für den Wiederaufbau des Neuen Museums. Die Bauarbeiten begannen Mitte 2003 und dauerten bis 2009. Der Flügel im Nordwesten und die Südkuppel wurden dabei ihrer ursprünglichen Struktur, aber in modernem Stil wiederaufgebaut. Aktuell befinden sich in dem Gebäude das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte sowie ein Teil der Antikensammlung. Die bauplastischen Arbeiten am Außenbau des Museums sind nur teilweise erhalten. Verloren sind drei der ursprünglich vier ca. 2,80 Meter großen Dachfiguren aus Zinkguss, die Mitte der 1850er Jahre aufgestellt worden waren: Die Borussia von Gustav Hermann Blaeser (ehem. Ostgiebel), der Frieden von Friedrich Drake (ehem. Westgiebel) und die Flora von Hermann Schievelbein (ehem. nordwestliche Gebäudeecke). Verloren sind weiterhin einige der figürlichen Fensterstützen, drei der Risalitfiguren sowie vier der zugehörigen Medaillons (Nicola Vösgen).


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