Märkischer Brunnen

Märkischer Brunnen

Foto: Sergey Chernychov, 2019, CC-BY-4.0

Auf dem Heinrich-Dathe-Platz gegenüber dem Bärenschaufenster vom Tierpark Friedrichsfelde steht eine Reihe aus acht abstrakten Brunnenstelen aus Terrakotta und Klinkermauerwerk wird asymmetrisch in der Mitte durch ein Becken mit gemauerten Brunnenstelen unterbrochen. Terrracottamasken (Mensch und Tier) dienten ursprünglich als Wasserspeier. Die oberen Teile der Stelen sind individuell verschieden in Ton frei geformt, individuelle Klinkerelemente wurden auf gemauerte Pfeiler aus handgeschnittenen Klinkerziegeln gesetzt. Einige der üblicherweise roten Ziegel für die Pfeiler sind grün und blau glasiert. (Sergey Chernychov)

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Wartenberg, Christiane (Künstler:in)
1978-1980

Datierungs­hinweise

1978 Entwurf, 1980 Aufstellung, 1992 Trennung von der Wasserversorgung, 1999 veränderte Aufstellung, 2011 neue Aufstellung nach umfassender Restaurierung

Objekt­geschichte

Der Märkische Brunnen auf dem Heinrich-Dathe-Platz wurde von Christiane Wartenberg 1978 entworfen und unter ihrer Mitwirkung 1980 aufgebaut. Er war in drei Gruppen aufgeteilt: Vier große Brunnenstöcke mit Wasser speienden Frauenköpfen, gekrönt von Wasser sprühenden Tierköpfen waren um ein zentrales kleines Wasserbecken gebaut. Zwei schmale Becken führten auf einer Seite in ein Becken mit drei Brunnenstöcken, auf der anderen Seite in ein größeres Becken mit fünf Brunnenstöcken. Bis 1992 bestand die Brunnenfunktion. Zunächst wurden die Becken mit Sand gefüllt und bepflanzt. Doch diese Anlage mit Sitzgelegenheiten verschmutzte zusehends. Im Jahr 2011 stellten die Mitarbeiter der Lichtenberger Bezirksverwaltung die Brunnenelemente vollständig frei und entfernten den Efeubewuchs. Die Objekte bilden nun eine Art Kunstgalerie. Die Stelen werden nun an Markttagen von Händlern als Abstellhilfen zweckentfremdet. Die bisherigen Umbauarbeiten waren auch nicht mit Christiane Wartenberg abgestimmt. Gut wäre das Anbringen einer Erklärungstafel zum Brunnen und zur Künstlerin. Christiane Wartenberg erläuterte ihr Konzept gegebüber dem Verfasser folgendermaßen: Das Gesamtkonzept „Märkisches“ der bildenden Kunst im Wohngebiet war von einer Künstlerkonzeptionsgruppe für das Neubaugebiet vorgegeben worden. Die Brunnenanlage geht auf übliche Marktbrunnen zurück. Hier war sie allerdings nicht mittig auf einem Marktplatz, sondern als ein Gegenüber zum Tierpark gedacht und als Eingang ins Neubaugebiet. Brunnenstöcke leiten seit jeher das Wasser in die gewünschte Höhe, um von dort aus von Menschen praktisch benutzt oder als Wasserspiel ins Brunnenbecken zu fallen. Die vier Frauen- und Tierköpfe des großen torähnlichen Teils weisen auf die enge Verbindung zwischen Mensch und Tier hin. Zu kultischen Zwecken trugen und tragen noch heute zu Fasching Menschen Tiermasken auf oder vor dem Kopf. Die Brunnenstöcke orientieren sich an den stelenartigen, gemauerten, kleinen Wege-Markierungen, die in der Zeit des norddeutschen Backsteinbaus weit verbreitet waren. Sie boten damals Orientierung, Ruhe- und Andachtsorte am Wege. Da nur etwa mannshoch bis knapp überlebensgroß wie Pfeiler gemauert, wurden sie nach einiger Zeit zerstört, zuletzt nicht mehr repariert. Andere Straßenschilder ersetzten die mittelalterlichen Wegweiser. Die gewaltigen wunderbaren Backsteinkirchen nutzen die Menschen jedoch noch immer als Wegzeichen. Gebrannter Ton war der Baustoff der Märker. So sind alle Brunnenstöcke aus Klinkersteinen aufgebaut. Die vier großen Brunnenstöcke bilden einen immer anders gemauerten, auskargenden oberen Abschluss aus Formziegeln. Die acht kleineren Brunnenstöcke haben frei geformte Klinker-Oberteile und modellieren im Kontrast zum kantigen Ziegel die Wasseraustritte in üppigen, konvexen Variationen. (Sergey Chernychov u. a. nach Angaben der Künstlerin)

Maße

(Gesamt)
Länge
(5 Figuren links)
Höhe
(5 Figuren links)
Tiefe
(Mittleres Element)
Höhe
(Mittleres Element)
Breite
(Mittlers Element)
Tiefe
(3 Stelen rechts)
Höhe
(3 Stelen rechts)
Tiefe

24 m

1.98 m

0.65 m

2.9 m

3.5 m

3.63 m

1.97 m

0.65 m

Technik

modelliert (Plastische Elemente)
gebrannt (Plastische Elemente )
gemauert (Stelen)
glasiert (Ziegelsteine), zum Teil
gegossen (Becken)

Zustand

verändert (2019)
verschmutzt (Becken, )
korrodiert (Schachtabdeckung, )
biogener Bewuchs (Gesamt, )
verschmutzt (Gesamt , )
verfärbt (Wasserglocke, )

Vollständigkeit

unvollständig


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