Kriegerdenkmal Pionier-Bataillon von Rauch

Kriegerdenkmal Pionier-Bataillon von Rauch

Foto: Susanne Kähler, 2014, CC-BY-4.0

Auf einem rechteckigen Sockel mit grob geglätteten, bossierten Granitquadern in drei Lagen steht, nach einem Rücksprung ein monolither rechteckiger Granitblock mit geglätteter, leicht gestockter Oberfläche. Nach einem weiteren Rücksprung folgt aufliegend ein rechteckiger kleiner Sockel mit plastisch hervorgehobenem Lorbeerkranz, Eichenlaubkranz, liegendem (Kurz-)Schwert und einem Stahlhelm. Auf der polierten Front ist in erhabener Schrift eine Inschrift zu lesen. Auf der Rückseite ist eine Bronzetafel mit Formen im neofrühklassizistischen Stil appliziert (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Wandschneider, WilhelmBildhauer_In1922-1935
Glüer, Johannes Max HeinrichArchitekt_In
Haertner, E.Ausführende_R
E. Haertner, Baugeschäft, Spandau, Kirchhofstraße
Datierungshinweise
Einweihung der Bronzetafel oder des gesamten Denkmals am 12.10.1935
Objektgeschichte
Nach den "Akten der Polizei-Verwaltung zu Spandau betreffend Denkmäler, Polizei-Registratur Abt. III, Buchst. Nr. 287, Signatur Denkmäler 17/4" im Archiv des Stadthistorischen Museums Spandau, Blatt 13-14, ist bekannt, dass die "Kameradschaftliche Vereinigung der Offiziere des Pionierbataillons von Rauch Nr. 3" in Person von Kurt Angermann bei der Baupolizei am 3. Mai 1922 um Erlaubnis zur Aufstellung eines offenbar bereits nach Entwürfen von Wandschneider und des Architekten Johannes Glüer hergestellten Denkmals nachsuchte. Beigefügt ist dem Gesuch eine Zeichnung des Denkmals vom 2. Mai 1922, die „für die Ausführung“ E. Haertner, Baugeschäft, Spandau, Kirchhofstr.“ zeichnet. Die Zeichnung und die Aufstellung werden am 24. Mai 1922 genehmigt. Die Einweihung sollte am 25. Juni 1922 erfolgen. „Wegen der Ermordung Walther Rathenaus einen Tag zuvor wurde der Termin jedoch verschoben. Rathenau, einer der Mitbegründer der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei und seit 1. Februar 1922 Reichsaußenminister, wurde von zwei Offizieren ermordet, die der rechtsradikalen ‚Organisation Consul‘ angehörten“ (Berliner Abendblatt, 2006). Die Geschichte des Denkmals ist danach etwas unklar. Am 12. Oktober 1935 fand eine Einweihung statt, wobei nicht restlos geklärt scheint, ob das ganze Denkmal erst zu diesem Zeitpunkt eingeweiht worden ist oder nur die (vielleicht neu hinzugekommene) Bronzetafel. Bis auf Weiteres muss von einer Einweihung des gesamten Monuments im Jahr 1935 ausgegangen werden (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
Granit
TafelBronze
Technik
gesamtbehauen
gemauert
zusammen gefügt
Tafelgegossen
Inschriften
Inschrift
am Objekt
1914 1918 / PIONIER-BATAILLON / VON RAUCH / SEINEN GEFALLENEN / ZUM GEDÄCHTNIS
Tafel (gegossen)
am Objekt, Rückseite
ES FIELEN GETREU IHREM / FAHNENEIDE FÜR KÖNIG UND / VATERLAND V. B. V. RAUCH / 70 OFFIZIERE / 238 UNTEROFFIZIERE / 1564 GEFREITE U. PIONIERE / EHRE IHREM ANDENKEN
ZustandZeitpunkt
gesamtverschmutzt2014
veralgt2014
Sockelverschoben, Sockelsteine, leicht2014
Bronzekorrodiert2014
Tafelverbogen, leicht2014
Füllmassebrüchig, Sockelmauerung2014
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Jahn, Günther: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Spandau, Berlin, 1971.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 108.
  • Ruchhöft, Bernd: Wilhelm Wandschneider. Leben und Werk eines Mecklenburger Bildhauers, Plau am See, 1992, S. Tafel VII.
  • Caspar, Helmut: Erinnerungsorte in Berlin. Führer zu Schauplätzen Deutscher Geschichte, Petersberg, 2008, S. 139.

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