Kriegerdenkmal mit Adler

Kriegerdenkmal mit Adler

Foto: Nicola Vösgen, 2019, CC-BY-4.0

Nordwestlich der Kirche der evangelischen Paul-Gerhard-Kirchengemeinde in der Alfred-Kowalke-Straße (1900 bis 1976 Wilhelmstraße) steht inmitten einer Rasenfläche das Ehrenmal für die im 1. Weltkrieg (1914 – 1918) Gefallenen der Gemeinde Friedrichsfelde. Ein stelenförmiges Gedenkmal zeigt an allen Seiten unterschiedlich große Tafeln, auf denen in vertiefter, ehemals schwarz gefasster, Schrift die Namen der Verstorbenen verzeichnet sind. Um die Stele herum liegen westlich nur ein kleiner sowie südlich und nördlich je drei größere unbearbeitete Findlinge. An der östlichen Vorderseite liegt ein an der Vorderseite geglätteter Findling, der unter einem eingemeißelten Eisernen Kreuz die zentrale Widmungsinschrift trägt. Bekrönt wird die Stele von einem überlebensgroßen Adler mit angelegten Flügeln, der den Kopf nach links gewendet aufmerksam in die Ferne schaut. Die Tafeln auf der Vorder- und der rechten Seite sind von einer Eichenlaubgirlande umrahmt. Auf den Inschriftentafeln sind insgesamt 200 Namen im Weltkrieg zu Tode gekommener Friedrichfelder mit abgekürztem Vornamen und Nachnamen verzeichnet. Die Namen sind auf drei Seiten alphabetisch angeordnet: Auf der Vorderseite, der östlichen Tafel, stehen 75 Namen (Buchstaben A-K), auf den beiden nördlichen Tafeln stehen 50 Namen (Buchstaben L-R), auf den beiden südlichen Tafel stehen weitere 50 Namen (Buchstaben R-W). Auf der westlichen Tafel auf der Rückseite des Ehrenmals, die anders gestaltet ist, stehen weitere 25 Namen, die nicht mehr alphabetisch sortiert sind. Vermutlich wurden hier diejenigen geehrt, deren Tod erst später bekannt wurde oder die erst später an den Kriegsfolgen verstorben sind (Nicola Vösgen).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
UnbekanntBildhauer_In1922
Datierungshinweise
Enthüllung: 03.12.1922
Objektgeschichte
Das Ehrenmal an die im 1. Weltkrieg Verstorben Gefallenen der Gemeinde Friedrichsfelde ist 1922 errichtet worden. Auf eine Anfrage des Lichtenberger Heimatarchivs vom April 1936 bezüglich der Datierung eines Fotos des Ehrenmals antwortete der Kameradschaftsführer der Kriegerkameradschaft Friedrichsfelde im Mai 1936 „Zu Ihrem Schreiben vom 25. April 36 betreffend Kriegerdenkmal Friedrichsfelde teile ich ergebenst mit, daß das Denkmal am 3. Dezember 1922 enthüllt worden ist“ (Landesarchiv Berlin, A. Rep. 047-08, Nr. 63). Historische Fotos und Pläne belegen, dass das Ehrenmal ursprünglich nördlich der 1887 bis 1890 errichteten Kirche direkt an der Straße „Am Tierpark“ stand. Dort war es in einem von Feldsteinen umgebenen, erhöhten runden Beet, das mit niedrigen Sträuchern bepflanzt war, aufgestellt. Die Stele war noch nicht rundum von Findlingen umgeben, sondern vermutlich nur an drei Seiten. Vermutlich erst Anfang der 1980er Jahre wurde das Ehrenmal um ca. 25 Meter nach Westen an seinen heutigen Standort versetzt. Hier war es anfangs inmitten einer gepflasterten Fläche aufgestellt, die bis mindestens 1999 vorhanden war (Nicola Vösgen).
Maße
FundamentBreite1.86 m
FundamentTiefe1.86 m
Stele o. AdlerHöhe2.7 m
Stele o. AdlerBreite1.05 m
Stele o. AdlerTiefe0.8 m
AdlerHöhe1.2 m
Verwendete Materialien
Sandstein
Granit
Zement
Technik
behauen
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift (eingemeißelt)
Findling vor der Ostseite des Sockels
Den im Weltkriege / 1914 - 1918 gefallenen / Söhnen das dankbare / Friedrichsfelde
ZustandZeitpunkt
TafelnMaterialausbrüche2019
AdlerFehlstellen2019
gesamtbiogener Bewuchs2019
gesamtbemoost2019
gesamtveralgt2019
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Goder, Ernst: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 26.
  • Brösicke-Istok, Sylvia: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin, 1993, S. 7.
  • Weinland, Martina: Kriegerdenkmäler in Berlin 1870 bis 1930, Frankfurt am Main, 1990, S. 235.

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