Herkules im Kampf mit dem Nemëischen Löwen

Herkules im Kampf mit dem Nemëischen Löwen

Foto: Detlev J. Pietzsch, 2009, CC-BY-4.0

Die überlebensgroße Figurengruppe „Herkules im Kampf mit dem Nemeischen Löwen“ steht auf einem rechteckigen, aus drei Steinblocklagen gefügten und mit einer starken Plinthe mit Naturrelief abschließenden Sockel. Dargestellt ist der bärtige, lockenköpfige und unbekleidete Herkules, dessen Attribut, die Keule, ihm zu Füßen liegt. In breiter Schrittstellung stemmt er sich nach links gegen einen sich aufbäumenden Löwen, dem er das Maul aufreißt. Ein blockhaftes Gebilde dient beiden Figuren als Stütze (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Schadow, Johann GottfriedKünstler_In1787-1791
Conrad Nicolas BoyKünstler_In
Langhans, Carl GotthardArchitekt_In
der Herkulesbrücke über den Königsgraben
Datierungshinweise
1890 Abbruch der 1787 errichteten Brücke und Tanslozierung; 1934 deponiert
Objektgeschichte
Zusammen mit der Pendantgruppe "Herkules im Kampf mit dem Kentauren Nessos" und vier Sphingengruppen mit Kandelaberhaltenden Putti schmückte die Gruppe "Herlules im Kampf mit dem nemeischen Löwen" als antikisierender Skulpturenschmuck die nahe der Westspitze der heutigen Museumsinsel über den Königsgraben gespannte Herkulesbrücke (auch unter dem Namen Alte Friedrichsbrücke oder Simsonbrücke bekannt), ein Bauwerk nach Entwurf von Carl Gotthard Langhans. Der Königsgraben wurde Ende des 19. Jahrhunderts völlig zugeschüttet und die Herkulesbrücke 1890 abgebrochen. Der unter der Leitung von Johann Gottfried Schadow geschaffene, dafür eigens restaurierte Skulpturenschmuck gelangte um 1891 auf die Herkulesbrücke am Lützowplatz. 1934 wurde der Skulpturenschmuck abgebaut und 1935 durch Kopien ersetzt. Die Originale gelangten in das "Deutsche Museum" (das zwischen etwa 1926 und 1939 im Nordflügel des heutigen, 1930 eröffneten Pergamonmuseums untergebracht war). Während die Kopien und die Mehrzahl der originalen Gruppen im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, konnte die Gruppe "Herkules mit dem nemeischen Löwen" restauriert und 1971 im Köllnischen Park aufgestellt werden (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
gesamtSandstein
Technik
gesamtzusammen gefügt
behauen
geglättet
ZustandZeitpunkt
gesamtverwittert2009
verschmutzt2009
Abplatzungen2009
beschmiert2009
biogener Bewuchs2009
Verfugungschadhaft2009
Vollständigkeit
unvollständigZehen fehlen, weitere Fehlstellen

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 281-282.
  • Brehm, Knut: Stiftung Stadtmuseum Berlin : Katalog der Bildwerke; 1780 - 1920, Köln, 2003.
  • Trost, Heinrich: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, Berlin, 1984.
  • Maaz, Bernhard: Johann Gottfried Schadow und die Kunst seiner Zeit, Köln, 1994.
  • Mackowsky, Hans: Die Bildwerke Gottfried Schadows, Berlin, 1951.
  • Weinland, Martina: Wasserbrücken in Berlin : zur Geschichte ihres Dekors, Berlin, 1994.
  • Eckardt, Götz: Johann Gottfried Schadow : 1764 - 1850 ; der Bildhauer, Leipzig, 1990.
  • Güntzer, Reiner: Jahrbuch 1996 Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin, 1998, S. 226-243, besonders S. 237-238.

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