Fontanebrunnen

Fontanebrunnen

Foto: Yasemin Kunter, 2019, CC-BY-4.0

Der Fontanebrunnen ist eine Plastik aus verschiedenen Materialien. Der Künstler Hans-Detlef Hennig hat für die Herstellung Beton, Metall und Bronze verwendet.
Die Plastik stellt mit den dargestellten Motiven und der Inschrift eine besondere Verbundenheit mit der märkischen Heimat und eine Reminiszenz an den Dichter und Schriftsteller Theodor Fontane (1819-1898) dar. Der Fontanebrunnen steht auf einem gepflasterten Platz, bestehend aus verschiedenfarbigen und ellipsenförmig angeordneten Basaltsteinen. Der Brunnen ist auf einer Seite von einer Hecke hinterfangen und halbkreisförmig – vor der Hecke – befinden sich fünfzehn Metallsitzbänke. Im Bereich der Umrandung des Brunnens stehen weitere acht Metallbänke. Der Fontanebrunnen bildet das zentrale Element des Platzes.
Der zylinderförmige Sockel, in dem die Metallsäule steht, ist aus Beton. Ein Fundament ist nicht vorhanden. Die Brunnenplastik besitzt keine Plinthe. Auf der Oberfläche des Bronzerings heben sich die Figuren und die Inschrift plastisch vom Hintergrund ab. Das gesamte Flachrelief ist glattpoliert. Die Metallsäule weist Unebenheiten auf. Die kleine Schale an der Spitze der Metallsäule ist glattpoliert, weist allerdings einen Riss an der Schweißnaht auf und ist teilweise korrodiert. Auf der Innenseite des Bronzereliefrings hat sich stellenweise Kesselstein niedergeschlagen. Der Brunnen wird als eine Säule mit einem Ring wahrgenommen. Leider ist der Bronzereliefring zu hoch angebracht, so dass die filigran eingearbeiteten Motive märkischen Lebens und die Inschrift des Dichters und Schriftstellers Theodor Fontane für die vorübergehenden Menschen nicht erkennbar sind. Der Reliefring umspielt fast schwebend die Metallsäule. Das Wasser tröpfelt ruhig und gelassen von der Spitze der Metallsäule – unsichtbar hinter dem Reliefring – in das kleine runde Becken des Betonsockels. Von hier aus läuft das Wasser schräg über sechs kleine Rinnen im Betonsockel auf die mit kleinen Granitsteinen gepflasterte Umrandung herunter. Das ablaufende Wasser läuft in ein Ablaufgitter, wird hochgepumpt und erneut beginnt der Wasserkreislauf. Der Fontanebrunnen steht wie ein kleiner Turm auf dem Platz. Er drückt etwas Belehrendes aus und als Vorübergehender wird man angeregt, näher zu treten, um das ausdrucksvolle Relief zu betrachten. Auch die Inschrift animiert den Betrachter, zur Ruhe zu kommen, zu lesen, und Bilder und Worte auf sich wirken zu lassen (Yasemin Isabel Kunter).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Hennig, Hans-DetlevKünstler_In1982
Datierungshinweise
1998 und 2005-2008 saniert
Objektgeschichte
Der Fontanebrunnen wurde im Jahre 1982 vom Bildhauer Hans-Detlef Hennig (1927-2017) geschaffen. Im Rahmen der Errichtung von Neubauvierteln in den 1970er Jahren – insbesondere auch im Bezirk Lichtenberg – gab es die staatliche Vorgabe, dort auch Raum für gesellschaftliche Zentren zu schaffen. Neben Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen sollten kleine Grünanlagen mit Sitzgelegenheiten und Blumenbeeten, Springbrunnen und Skulpturen den gesamten Komplex verschönern. Künstler der früheren DDR erhielten den Auftrag, Brunnen und Skulpturen zu erschaffen, die anschließend vom damaligen Ost-Berliner Magistrat nach internen Wettbewerben ausgewählt und finanziert wurden. Für den Bereich an der Erich-Kurz-Straße 7-9, an der heutigen Dathepromenade, wurde der Fontanebrunnen ausgewählt. 1998 wurde der Bronzeteil des Brunnens restauriert. Im Zeitraum 2005 bis 2008 erfolgte eine Neugestaltung der ursprünglichen Basisanlage des kreisförmigen Hauptbeckens. Dabei wurde das schlichte Betonbecken mit einem Basaltmosaik neu gestaltet. Gleichzeitig wurde die Dathepromenade, benannt nach dem Direktor des Tierparks Friedrichsfelde, Heinrich Dathe (1910-1991), mit verschiedenfarbigen, ellipsenförmig angeordneten Basaltsteinen versehen. Bis zu der Neugestaltung des Heinrich-Dathe-Platzes stand der Brunnen sehr verloren zwischen teils 10-geschossigen Wohngebäuden. Erst nach der Neugestaltung entwickelte sich der Fontanebrunnen zu einem zentralen Element des Heinrich-Dathe-Platzes auf der Dathepromenade. Leider ist das Bronzerelief mit der Inschrift und den märkischen Motiven des Dichters Theodor Fontane zu hoch angebracht und so für flanierende Menschen kaum erkennbar. Im Juni 2019 musste die Brunnenanlage kurzfristig wegen ungeklärten hohen Wasserverlustes außer Betrieb genommen werden. Anzumerken ist, dass ein zweiter Fontanebrunnen in Frankfurt (Oder) steht. Der Brunnen wurde 1984 vom Bildhauer Hans-Detlef Hennig und vom Keramiker Manfred Wenck geschaffen. Anders als der Fontanebrunnen in Berlin enthält dieser Brunnen ein Bronzerelief mit ländlichen Motiven aus der Mark Brandenburg, wie Bauern die Getreide mähen, einen Schäfer mit seiner Herde usw. Nur das Zitat ...ERST DIE FREMDE... ist gleich (zusammengestellt von Yasemin Isabel Kunter auf der Grundlage von: https://www.goruma.de/staedte/frankfurt-oder/sehenswuerdigkeiten, 24.07.2019, 19:40 Uhr; https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Dathe, 25.07.2019, 15:39 Uhr; https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Brunnenanlagen_im_Berliner_Bezirk_Lichtenberg, 27.07.2019, 20:00 Uhr. Inforoute Platte & Co Am U-Bahnhof Tierpark).
Maße
gesamtHöhe3 m
gesamtDurchmesser4.5 m
RingLänge3 m
RingHöhe0.8 m
Verwendete Materialien
Bronze
Beton
Technik
Metall
BeckenBasalt
Granit
Technik
gegossen
poliert
geschweißt
montiert
behauen
verlegt
Inschriften
Inschrift (gegossen)
im Reliefband
ERST DIE FREMDE / LEHRT UNS / WAS WIR / AN DER HEIMAT / BESITZEN / FONTANE
ZustandZeitpunkt
Betonverwittert2019
BetonMaterialverluste2019
korrodiert, teilweise2019
SäuleRiss2019
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Goder, Ernst: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 36.
  • Brösicke-Istok, Sylvia: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin, 1993, S. 9.

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