Denkmal für Heinrich Mann

Denkmal für Heinrich Mann

Foto: Jürgen Tomisch, 2018, CC-BY-4.0

Das Denkmal zeigt Heinrich Manns Porträt in Form eines Kopfbildes auf einer Vierkantstele. Die Stele besteht, passend zum dunklem Stein des Porträtkopfes, aus schwarzem Naturstein. Das Porträt zeigt den Schriftsteller stilisiert, jedoch mit porträthaften Zügen. Während der Kopf, auf einem kräftigen Hals ruhend, glatt gearbeitet ist, wächst dieser aus dem grob behauenen Granitstein hervor. Es entsteht ein blockhafter Unterbau. So fokussiert sich der Blick des Betrachters ganz auf den Bildniskopf, dessen „einzelne Gesichtspartien wie Wangenknochen, Augenbrauen und Nasenrücken (…) ins kubisch gehende Formen gestaltet sind“ (s.: Klother, Eva-Maria: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und West-Berlin, 1998, S. 45). Auf der Vorderseite des Sockels, unterhalb der Büste, ist der Name eingemeißelt (Jürgen Tomisch).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Seitz, GustavBildhauer_In1951
Datierungshinweise
Aufstellung 1954
Objektgeschichte
Gustav Seitz fertigte 1950 im Auftrag der Akademie der Künste der DDR in Berlin eine Bronzebüste von Heinrich Mann (1871-1950) anlässlich seines überraschenden Todes. Da Heinrich Mann in Kalifornien / USA seit seiner Emigration lebte, „gestaltete er den Kopf aus der Erinnerung“ (s.: Grohn, Ursula: Gustav Seitz. Das plastische Werk. Werksverzeichnis. Hamburg 1980, S. 170). Seitz hatte in den 1920er Jahren den Dichter im 'Romanischen Cafe' in Berlin eingehend betrachtet. Heinrich Mann war 1949 zum Präsidenten der neugegründeten Akademie der Künste der DDR in Berlin berufen worden, starb aber 1950 vor Antritt seines neuen Amtes in den USA. Die Bronzebüste war wohl für Manns Grablegung in Berlin vorgesehen, aber erst 1961 wurde die Urne mit der Asche Manns überführt und auf dem Alten Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt. Am Grab wurde die von Seitz geschaffene Bronzebüste auf einer Steinstele aufgestellt. Für eine weitere Ehrung Manns in der DDR fertigte Seitz 1951 eine neue Büste, die im Pankower Bürgerpark 1954 ihren Platz fand. Hier war die in der Nähe verlaufene Podbielskistraße 1951 in Heinrich-Mann-Straße umbenannt worden. Seit 1955 steht sie passend vor der Parkbibliothek, die 1984 durch das heutige Gebäude ersetzt wurde, und stellte somit einen inhaltlichen Bezug zwischen Aufstellungsort und dem Porträt des berühmten Literaten her. Der Bürgerpark Pankow gehört neben den Schlossparks Niederschönhausen und Buch und dem Brosepark zu den grünen Wahrzeichen Pankows. Er wurde 1854 auf einem ehemaligen Mühlengrundstück angelegt. Die heutige Parkstruktur mit dem Wegesystem geht im Wesentlichen auf eine Umgestaltung in den Jahren 1965-1968 zurück. Im Parkgelände sind ab den 1950er Jahren eine Vielzahl von Kunstwerken auf-gestellt worden, die einen anschaulichen Überblick über die DDR-Bildhauerkunst vermitteln. Zu diesem Verständnis trägt auch die Plastik von Gustav Seitz bei (Jürgen Tomisch).
Maße
SockelHöhe1.5 m
BüsteHöhe0.8 m
Verwendete Materialien
SockelNaturstein, schwarzer Granit?
BüsteGranit, schwedischer, schwarzer
Technik
gesamtbehauen
geglättet
Inschriften
Inschrift (eingemeisselt)
Sockelfront
HEINRICH / MANN
ZustandZeitpunkt
gesamtbeschmiert, stark2018
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Klother, Eva-Maria: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und Westberlin, 1998, S. 45.
  • Seitz, Gustav: Gustav Seitz : 1906 - 1969 ; Plastik, Zeichn., Graphik ; Ausstellung im Alten Museum, Berlin, 1986, S. 12, 96.
  • Maur, Hans: Berliner Gedenkstätten. Orte des Terrors, der Verfolgung und des Widerstandes 1933-1945, Berlin, 1998, S. 101.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 315.
  • Killisch-Horn, Astrid von: Bürgerpark Pankow : grüner Lebensraum im Zeitenwandel, Rudolstadt, Schloßstr. 25, 2007, S. 229.
  • Grohn, Ursel: Gustav Seitz, das plastische Werk : Werkverz., Hamburg, 1980, S. Nr. 314.
  • Eisold, Dietmar: Lexikon Künstler in der DDR, Berlin, 2010, S. 892-893.
  • Beloubek-Hammer, Anita: Mensch - Figur - Raum : Werke deutscher Bildhauer des 20. Jahrhunderts ; Ausstellung in der Nationalgalerie vom 7. September bis 30. Oktober 1988, Berlin, 1988, S. 180-181.
  • Feist, Peter H.: Plastik in der Deutschen Demokratischen Republik, Dresden, 1965, S. 151-152.

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