Corniche

Corniche

Foto: Jürgen Tomisch, Barbara Anna Lutz, 2020, CC-BY-4.0

Das Landschaftselement „Corniche“ war Teil eines Gestaltungskonzeptes der Künstlergruppe Joachim Dunkel, Rolf Lieberknecht und Hans Vetter für die Außenanlagen des neu erbauten Humboldt- Krankenhauses. Mit „Corniche“ thematisierten sie den Bogen-Begriff: Schwung, Spannung, Auf- und Abstieg. An dem am weitesten vom Krankenhausgebäude entfernten Punkt im Nordwesten, wo ein offener und landschaftlicher Patientenpark lag, entstand eine „wie ein flacher Kahn wirkende, stegartige Holzkonstruktion zur Überbrückung einer (…) imaginären Wasserfläche.“ (Endlich/Wurlitzer, 1990, S.75). Der Plankensteg folgte im Bo- gen einer Geländemarkierung in der Parklandschaft und führte zwischen zwei „Seezeichen“ hindurch – hohe, vertikal aufgeständerte Holztafeln. Eine Bronzefigur von Joachim Dunkel, auf dem spitzen End- punkt des Stegs gestellt, wirkte wie die Galionsfigur eines Schiffes. So sollte der Eindruck vermittelt wer- den, als verjünge sich der Steg perspektivisch ins Unendliche: „ein über Wasser führender Steg, dessen Weite und Unendlichkeit durch perspektivische Überhöhung die reale Umgebung der geistig emotionalen Imagination gegenüberstellt.“ (Senator für Gesundheit und Soziales, 1989, S. 145) (Jürgen Tomisch, Barbara Anna Lutz).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Lieberknecht, Rolf (Künstler:in)
1987

Dunkel, Joachim (Künstler:in)
Vetter, Hans (Künstler:in)

Objekt­geschichte

1985 wurde der großflächige Neubau des Humboldt-Krankenhauses auf dem Gelände Am Nordgraben im Reinickendorfer Ortsteil Borsigwalde eröffnet. Für die Außenanlagen des Klinikkomplexes mit 600 Betten war die Künstlergruppe Joachim Dunkel, Rolf Lieberknecht und Hans Vetter verantwortlich. Ihr auf Architektur und Landschaft bezogenes vielfältiges Gestaltungskonzept war 1980 prämiert aus einem Kunst-am Bau-Wettbewerb hervorgegangen und bis 1987 zu großen Teilen realisiert worden. Im Vordergrund stand die künstlerische Gestaltung des Gartens mit skulpturalen Mitteln: „Die Außenanlagen, Gärten, grüne Höfe, Patientenpark, wurden (...) gestalterisch als Landschaftsenvironment aufgefasst, in dem der Patient im Kontakt zu natürlicher Umgebung und künstlerischer Überhöhung den Zustand des Krankseins reflektieren und seiner Genesung entgegensehen kann. Modellierung des Geländes, Raumbildung durch Bepflanzung und Führung der Wege sind ebenso Bestandteile der Kunstkonzeption wie die Thematisierung der Elemente Licht, Wasser, Luft. Die Außenräume bieten den genesenden Patienten vielfältige Anreize, sich auf Spaziergängen die verschiedenartigen künstlerischen Umsetzungen und Steigerungen zum Ziel zu machen (...). Und was für Patienten gedacht ist, gilt für das Personal und die Besucher ebenso.“ (Senator für Gesundheit und Soziales, 1989, S. 212f). Infolge späterer Umnutzungen der Freiflächen für Erweiterungen des Klinikkomplexes gingen große Teile des Landschaftsenvironments verloren. Im Bereich des Patientenparks entstanden zunächst um 1990 das Haus für eine Krankenpflegeschule, heute Psychiatrische Tagesklinik, und 2010 die „Komfortklinik“ des Humboldt-Klinikums. Dadurch ist vom ehemaligen landschaftlich angelegten Park mit „Corniche“ als eine auf ihn bezogene Raumstruktur nichts mehr vorhanden. Was im Einzelnen von der ursprünglichem Kunst- und Landschaftskonzeption jedoch noch existiert, sollte untersucht werden. Erkennbar sind erhaltene landschaftliche Formationen wie Geländemodellierungen und bestimmte Pflanzungen, besonders in den lichten Innenhöfen und die das Hauptwegesystem begleiten. Auf dem Außengelände sind einige neuere Plastiken und Skulpturen aufgestellt. Die Künstler*innen konnten im Rahmen dieser Erfassung nicht ermittelt werden (Jürgen Tomisch, Barbara Anna Lutz).

Maße


, unbekannt

Zustand

gut (2020)

Vollständigkeit

nicht vor Ort


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