Brunnenanlage

Brunnenanlage

Foto: Susanne Kähler, 2011, CC-BY-4.0

Die offene Brunnenarchitektur steht auf einem rechteckigen Grundriss. Eine horizontale Gliederung der Bauelemente aus roten Ziegelmauerwerksstreifen und Kunststein bestimmt den Gesamteindruck. Ein umlaufendes Becken umgrenzt einen mit rotem Klinker gemauerten Sockelbereich. Das Innere der Architektur ist begehbar und über drei mit irregulären Kalksteinplatten belegten Stufen, die in der Mitte einer Längsseite eingefügt sind, zu erreichen. Im erhöhten Zentrum der Anlage befindet sich ein weiteres rechteckiges Becken, in dessen Mitte ein Pfeiler steht. An den vier Seiten dieses Pfeilers sind Wasserausläufe aus Bronze montiert. Zehn Pfeiler tragen eine weiß lackierte hölzerne Pergola, die den oberen Abschluss bildet (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Jacobowitz, GeorgArchitekt_In1929
Hilbersheimer, LudwigArchitekt_In
Datierungshinweise
1999-2001 saniert
Objektgeschichte
Die Wohnanlage an der Anna-Seghers-Straße 121-133 wurde in den Jahren 1925 bis 1927 von dem Architekten Georg Jacobowitz (1877-1946) gebaut. Die städteplanerische Grundlage hierfür legt Ludwig Hilbersheimer (1885-1967), der seine theoretischen Überlegungen zur Schaffung von Wohnanlagen für viele Menschen in der Siedlung Adlershof zur Ausführung bringen konnte. Hilbersheimer, er gilt als innovativer Stadtplaner und Architekt der klassischen Moderne, ist auch Entwerfer der sich in der Nähe der hier beschriebenen Anlage befindlichen Wohnquartiers „Süßer Grund“ von 1930. Auftraggeber für die Wohnanlage Anna-Seghers-Straße 121-133 war das von Hermann Tietz gegründete Unternehmen. Die Mitarbeiter der Feinweberei Adlershof sollten hier Wohnungen erhalten. Vorgarten und Innenhof der Anlage sind eingetragene Gartendenkmäler. Der Brunnen, dessen Funktion 40 Jahre außer Betrieb war, befand sich vor seiner Sanierung 1999 bis 2001 in einem ruinösen Zustand. Die Restaurierung kostete insgesamt 150.000 Mark. Die Finanzierung erfolgte durch den Bauherrn (Adlershof Wohnbauten KF Botarent Management GmbH) und durch das Landesdenkmalamt Berlin. Eine weiterer sehr ähnlicher Brunnen von Georg Jacobowitz befindet sich in Charlottenburg, er wurde zur Rekonstruktion von Teilen der Anlage als Vergleich herangezogen, ebenso wurden Aussagen langjähriger Bewohner bei der Wiederherstellung berücksichtigt (Susanne Kähler, Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
Klinker
Kunststein
Holz
Brunnentechnik
Farbe
AusläufeBronze
Technik
gemauert
zusammen gefügt
Pergolagetischlert
Holzgefasst, weiß
Beton, Bronzegegossen
ZustandZeitpunkt
verschmutzt, leicht2011
verkalkt, leicht2011
Vollständigkeit
vollständignach Sanierung 1999-2001

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