Adler (Siemens Ehrenmal)

Adler (Siemens Ehrenmal)

Foto: Susanne Kähler, 2014, CC-BY-4.0

Das in Form eines abgesenkten Hofes errichtete, 672 qm einnehmende Denkmal zur Erinnerung an die in den beiden europäischen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts gefallenen Siemens-Mitarbeiter befindet sich auf einem exponierten Platz nahe den beiden hier zusammentreffenden Straßen. Die Platzfläche ist mit hellgrauen Granitplatten ausgelegt. Begrenzt wird dies durch eine Umfriedung aus Muschelkalkstein mit Hintermauerungssteinen. Der tiefer gelegene Gedenkplatz selbst ist über eine eingeschobene Freitreppe mit sechs Stufen vom Trottoir der Nonnendammallee aus zugänglich. Treppe und Absenkung verstärken den Eindruck des Besuchers, sich in einen „Heiligen Bezirk“ (Temenos) zu begeben. An drei der vier Wänden des Hofes sind auf 118 rechteckigen, in den Ecken mit Dübelköpfen versehenen, gusseisernen Platten die alphabetisch sortierten Namen aller 2989 Gefallenen nach Kriegsjahren geordnet aufgeführt. Die vierte Wand an der Nonnendammallee ist, neben der Freitreppe gelegen, als monumentale Sitzbank ausgebildet. In der Mitte des Hofes befindet sich auf einer niedrigen, großen Scheinsarkophagliegeplatte aus Muschelkalkstein ein liegendes, leicht aufgeständertes Bronzeschwert von eher mittelalterlicher Gestalt. Die Plattenkanten tragen eine umlaufende Inschrift. Am südwestlichen Rand der Umfriedung erhebt sich eine hohe rechteckige Stele mit einer Verkleidung (?) aus Muschelkalkstein. Auf der Vorderseite finden sich die Jahreszahl „1914“, ein Eichenblatt, die Jahreszahl „1918“ und darunter ein Eisernes Kreuz. Auf dem oben mit Kupferblech gedeckten Vierkantpfeiler ruht ein Adler aus Kupferblech auf. Den Kopf hält er (vom Tier aus) nach links gewendet. Die Schwingen sind in stark stilisierender Weise seitlich nach hinten weggestreckt.
Um die zentrale Scheinsarkophagliegeplatte sind seit 1970 sieben rechteckige Travertinblöcke in gleichmäßigen Abständen aufgestellt. In ihre zur Freitreppe ausgerichteten Fronten sind die einzelnen Kriegsjahre von 1939 bis 1945 eingetieft (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Wackerle, JosefKünstler_In1934
Hertlein, HansArchitekt_In
Schwennike, Karl HeinrichArchitekt_In
der Erweiterung 1969-1970
Datierungshinweise
Einweihung am 05.08.1934, 1969-1970 erweitert, 1982-83 Sanierung des Schwerts, 1994 umfassende Sanierung der Anlage
Objektgeschichte
Bauantrag 05.02.1934, Einweihung am 05.08.1934, 1969-1970 Erweiterung um die Erinnerungszeichen für die im Zweiten Weltkrieg als Soldaten ums Leben gekommenen Siemens-Mitarbeiter. Im Juli 1969 erfolgte die Beauftragung, die Einweihung fand 1970 statt. Die Kosten beliefen sich 1970 auf 46.200,- DM. 1982-1983 erfolgte die Wiederherstellung des Schwertes auf dem Scheinsarkophag. 1994 konnte eine umfassende sanierung der Architektur und der Inschriftentafeln vorgenommen werden (Jörg Kuhn).
Maße
gesamtLänge24 m
Breite28 m
MauerHöhe1.8 m
AdlerBreite
Flügelspannweite
3.3 m
AdlerHöhe2.5 m
AdlerpfeilerHöhe16 m
Verwendete Materialien
ArchitekturMuschelkalk
Kalkstein
AdlerKupferblech
SchwertBronze, 1982-1983
PlattenGranit
Technik
Adlergegossen
Tafelngegossen
Schwertgegossen
Architekturbehauen
gemauert
zusammen gefügt
montiert
Inschriften
Inschrift (gegossen)
Erste Tafel im Hof links
IM WELTKRIEG / 1914–18 LIESSEN IHR LEBEN / FÜR DAS VATERLAND / 2989 KAMERADEN AUS / DEN SIEMENSWERKEN / IHRE NAMEN SIND / HIER VERWEWIGT
Inschrift
Scheinsarkophag, Deckplatte
DEN UNVERGESSENEN / KAMERADADEN (Eichenlaubmotiv) / DIE IM (Eisernes Kreuz) WELT-/ KRIEG (Eisernes Kreuz) / DEN HELDENTOD STARBEN (Eichenlaubmotiv) / DAS HAUS SIEMENS
ZustandZeitpunkt
Plattenbelagrissig, teilweise2014
Plattenbelagverschoben, teilweise2014
Plattenbelagersetzt, teilweise2014
insgesamtgepflegt2014
SarkophagAusflickungen2014
Adlerverschmutzt, teilweise2014
korrodiert2014
beschädigt, Einschussloch2014
Schwertkorrodiert2014
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 112.
  • Jahn, Günther: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin. Stadt und Bezirk Spandau, Berlin, 1971.
  • Hengsbach, Arne: Die Siemensstadt im Grünen. Zwischen Spree und Jungfernheide 1899-1974, Berlin, 1974.
  • Schäche, Wolfgang: Die Siemensstadt. Geschichte und Architektur eines Industriestandortes, Berlin, 1985.
  • Caspar, Helmut: Erinnerungsorte in Berlin. Führer zu Schauplätzen Deutscher Geschichte, Petersberg, 2008, S. 139-140.
  • Berger, Ursel: Enthüllt: Berlin und seine Denkmäler: Zitadelle, Berlin, 2017, S. 109-111. Begleitbuch zur Ausstellung

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