Wissenschaft und Überfluss

Baugebundene Kunst

Wissenschaft und Überfluss

Foto: Nicola Vösgen, 2023, CC-BY-4.0

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Gebäude der baugebundenen Kunst

Borsig Oberschule

Gebäude der baugebundenen Kunst

Über dem Kranzgesims des Mittelrisalits der Borsig-Oberschule befindet sich ein großes Wappen, das seitlich von zwei dreifigurigen Gruppen flankiert wird.
Das mit einer Stadtsilhouette bekrönte Wappen Berlins zeigt einen naturalistisch gestalteten, nach rechts blickenden Berliner Bären. Links davon sitzt ein bärtiger Mann in antikischer Kleidung. Neben ihm steht ein Globus auf dem Boden, über dem er mit seiner rechten Hand ein (heute verlorenes) Messgerät hielt. Er erklärt den beiden neben ihm stehenden bzw. hockenden Knaben die Wissenschaft. Die rechte Gruppe besteht aus einer sitzenden Frau, die einen großen Folianten auf den Knien hält. Neben und hinter stehen zwei junge Mädchen. Vor der Gruppe liegt ein großes Füllhorn als Zeichen des Überflusses (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Leopold Lessing Thonwaarenfabrik Hermsdorf (Ausbildungsstätte)
1870-1871

Objekt­geschichte

In den Monatsberichten über den Neubau des Schulgebäudes am Lausitzer Platz berichtete Arnold Hanel im Mai 1871, dass „Im Laufe dieses Monats auch das städtische Wappen aufgebracht, aufgestellt und gestrichen“ worden sei (Landesarchiv Berlin, A Rep. 020-01, Nr. 1836, Bl. 215). Ebenfalls im Mai 1871 reichte Hanel die Rechnung des „Thonwaaren Fabrikanten Lessing in Höhe von 198,25 Reichsmark über einen gelieferten Figuren Aufsatz mit Stadtwappen zum Neubau der Gemeindeschule am Lausitzer Platz“ beim Magistrat ein (Landesarchiv Berlin, a.a.O., Bl. 221). Da an der Gemeindeschule keine weitere figürliche Ausstattung vorhanden war, muss sich diese Rechnung auf die mehrfigurige Dachgruppe mit Wappen beziehen. Bei der Tonwarenfabrik Lessing handelte es sich um die 1840 von Carl Wernecke gegründete Ziegelei Hermsdorf, die 1860 von dem Rittergutsbesitzer Leopold Lessing übernommen wurde. In den folgenden 10 Jahren, bis zur Gründung einer Aktiengesellschaft 1871, wurden hier neben Verblendziegeln vereinzelt auch größere figürliche Arbeiten aus Terrakotta hergestellt (Nicola Vösgen).

Verwendete Materialien

Terrakotta (Materialarchiv)

Zustand

verschmutzt (gesamt, 2023)
rissig (Wappen, 2023), mehrere Risse verlaufen quer über die gesamte Fläche des Wappens.
brüchig (Plinthe, 2023), teilweise angeschlagen

Vollständigkeit

unvollständig, Gruppe links: das linke Bein des sitzenden Knaben ist abgebrochen, über seinem Rücken und dem Schemel verläuft ein großer Riss. Ein weiterer Riss an Oberkörper und Hals der männlichen Figur. Das Messinstrument in dessen Hand ist verloren. Gruppe rechts. Bei beiden Mädchenfiguren fehlen jeweils einige Finger.

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