Wasserwand

Wasserwand

Wasserkaskade
Foto: Nicola Vösgen, 2019, CC-BY-4.0

Ehemaliger Klinkerwand-Brunnen. Seitlich des Zugangs von der Karl-Lade-Straße zum Anton-Saefkow-Platz, gegenüber der Rudolf-Seiffert-Straße 17, stehen die Überreste einer Wasserwand aus Klinker. Im südlichen Bereich der Wand sind zahlreiche Keramikformsteine in waagerechten Reihen in die Wand eingefügt. Im nördlichen Bereich ist die Mauer durch waagerecht und senkrecht hervortretende Klinkerreihen gegliedert. Vor die gesamte Wand sind Rankgitter eingedübelt, die mit Kletterpflanzen bewachsen sind. Vor der Wand befindet sich ein großes Blumenbeet, an dessen Seiten Sitzbänke aufgestellt sind.
(Nicola Vösgen).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Karnopp, JürgenKünstler_In1984
Datierungshinweise
2007 still gelegt, 2010 weitreichend reduziert und umgestaltet
Objektgeschichte
1984 oder 1989 errichtet. 2007 stillgelegt. 2010 Errichtung eines Rankenspaliers vor dem Wandbrunnen. Der Keramiker Jürgen Karnopp hat die Wasserwand gestaltet. In der Literatur werden als Datierung die Jahre 1984 oder 1989 genannt. Es konnten keine Unterlagen recherchiert werden, die die Errichtung in einem der beiden Jahre belegen könnten. Die Brunnenanlage hatte bei ihrer Errichtung eine wichtige Vermittlerfunktion im stadträumlichen Gefüge. Hier befand sich einer der Zugänge zum Boulevard auf dem Anton-Saefkow-Platz, einem viel beachteten Großbauprojekt in der DDR. Die beiden Brunnen im oberen Boulevardbereich (Kugelbrunnen von Karnopp und Findlingsbrunnen von Lothar Scholz) sind beide 1984 in Betrieb genommen worden. Die Wasserwand hatte zudem neben ihrer ästhetischen Funktion auch die Aufgabe, den fußläufigen Zugang zum Platz von der Anlieferzone zu der direkt dahinter liegenden früheren Kaufhalle abzugrenzen. Von daher erscheint es wahrscheinlicher, dass sie bereits 1984 errichtet wurde. Die ursprüngliche Anlage bestand aus einer ca. 20 Meter langen Klinkerwand, vor der sich über die gesamte Breite mehrere höhenabgestufe Wasserbecken befanden. Das Wasser trat aus den Wasseröffnungen in den Keramikformsteinen im südlichen Bereich in bogenförmigen Strahlen aus. Vor dem mittleren Brunnenbecken befand sich eine weitere niedrige Klinkerwand, aus der aus einer weiteren Reihe von Keramikformsteinen Wasser in ein davor liegendes Wasserbecken sprudelte. Die Fläche vor den Brunnenbecken war mit großen Steinplatten belegt. Die Anlage befand sich 1993 noch in einem guten Zustand. Da die Brunnentechnik an der Rückseite der Mauer jedoch leicht zugänglich war, wurde diese in den nächsten Jahren zunehmend zerstört. Der Wasseranschluss wurde deshalb um 2007 abgebaut. Um 2009 war die Wasserwand so stark beschädigt, dass eine Wiederherstellung nicht mehr möglich schien. Im Rahmen der Maßnahmen des Programms Stadtumbau Ost sind 2010 die drei Brunnenbecken abgetragen und ein hölzernes Rankgitter vor der Wand angebracht worden. Die Umbauarbeiten begannen im Juli 2010 und waren im Oktober 2010 abgeschlossen. Im Spätherbst 2010 wurden zahlreiche Rosen, Kletterpflanzen und Stauden gepflanzt und Bänke aufgestellt (vgl. https://www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Anton-Saefkow-Platz-Zugang-Karl-Lade-Strass.5686.0.html abgerufen am 21.09-2019). In diesem Zusammenhang ist die ehemalige Treppe vor der Brunnenwand zu einer Rampe umgebaut und analog zum gesamten Platz neu gepflastert worden (Nicola Vösgen).
Maße
Höhe
Wandvorlage mittig
3.2 m
Länge20 m
Verwendete Materialien
WandKlinker
FormsteineKeramik
GitterHolz
TechnikMetall, abgebaut
Technik
Wandgemauert
Keramikgeformt
Keramikgebrannt
Holzgesägt
gesamtzusammen gefügt
ZustandZeitpunkt
still gelegt2019
beschmiert2019
Vollständigkeit
unvollständigreduziert, keine Brunnenfunktion mehr

  Nachweise

  • Brösicke-Istok, Sylvia: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin, 1993, S. 37.
  • Ugowski, Eberhard: Brunnen in Berlin, Gesamtverzeichnis, Berlin, 1993, S. 33.
  • Brösicke-Istok, Sylvia: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin, 1993, S. 15. hier die Datierung 1989 zu finden

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