Steuben-Denkmal

Steuben-Denkmal

Das Denkmal für General Friedrich Wilhelm August Baron von Steuben (Magdeburg 1730-1794 Oneida County / USA) wurde im Mai 1987 auf der Rasenfläche Clayallee, Ecke Hüttenweg auf einem dreizonigen, aus hellen Kalksteinquadern zusammengesetzten Sockel platziert. Die dunkelbraun patinierte Bronzefigur Steubens steht aufrecht und mit ernster, abschätzender Mine nach vorne blickend in Schrittstellung (das linke Bein nach vorne gestellt) auf einer quadratischen Plinthe. Der rechte Arm hängt nach unten, der linke Arm ist leicht angewinkelt, er stützt sich auf einen Stock. Steuben wurde in zeitgenössischer amerikanischer Uniform des ausgehenden 18. Jahrhunderts dargestellt. Er trägt einen langen Umhang, hohe Stiefel, einen Hut, vor der Brust ein hängt ein Orden.
Die Kanten der quadratischen Plinthe sind mit horizontalen Linien verziert, die in regelmäßigen Abständen von Sternen unterbrochen werden (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Jaegers, AlbertKünstler_In1910-1987
Bildhauer des Originals
The Henry Bonnard Bronze & Co.Gießerei
des Nachgusses 1987
Datierungshinweise
1910 Original, 1987 Nachguss
Objektgeschichte
Abguss des Originals, das am Weißen Haus in Washington 1910 von US-Präsident Howard Taft enthüllt worden war. Eine Kopie stand als Geschenk des Kongresses der USA von 1911 bis 1945 in Potsdam, wo sie Kaiser Wilhelm II. enthüllt hatte. Anlässlich von Steubens 200. Todestag 1994 kehrte ein Nachguss als Ersatz für die nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschmolzene Skulptur an diesen Standort zurück. Ein dritter Guss steht seit 1996 in Steubens Geburtsstadt Magedeburg. Der 1730 in Magdeburg als Sohn eines Ingenieurhauptmanns geborene Friedrich Wilhelm von Steuben trat bereits siebzehnjährig als Fahnenjunker in die preußische Armee, kämpfte als Offizier in den Schlachten bei Roßbach und Kunersdorf und wurde Flügeladjutant Friedrichs des Großen. 1777 ging er nach Amerika. "Ich kam nicht, um Reichtümer oder Ehrentitel zu verlangen", schrieb Steuben nach seiner Landung an der Ostküste in einem bemerkenswerten Brief an den Kongreß. "Willig würde ich mit meinem Blut die Ehre erkaufen, eines Tages meinen Namen in den Reihen der Verteidiger Ihrer Freiheit zu sehen." Steuben meldete sich im Winterquartier George Washingtons bei Valley Forge. Was er dort vorfand, war eine bunt zusammengewürfelte Armee von fünftausend Freiwilligen. Daraus machte er in kurzer Zeit eine schlagkräftige Truppe. Steuben wurde zum Generalinspekteur der amerikanischen Armee berufen und gewann das volle Vertrauen Washingtons. Er entwarf weitgehende Operationspläne und hatte auch mit eigenen Truppenkommandos wesentlichen Anteil am amerikanischen Sieg im Unabhängigkeitskrieg. Eine Stadt im Staate Ohio - Steubenville - wurde nach ihm benannt. In Washington und in anderen amerikanischen Städten wurden Steuben-Denkmäler errichtet. Die 1919 in New York gegründete "Steuben Society of America" und in ihrer Nachfolge (seit 1945) die "Steuben-Schurz-Gesellschaft" fördern die deutsch-amerikanischen Beziehungen. Präsident Lyndon Johnson proklamierte den 17. September zum "Steuben-Tag". - Das Steuben-Denkmal in Milwaukee wurde 1921 von der Ortsgruppe der Steuben-Society gestiftet (Marc Wellmann).
Verwendete Materialien
FigurBronze
SockelKalkstein
Technik
Figurgegossen
patiniert
montiert
Sockelbehauen
gemauert
Inschriften
Inschrift (gemeißelt)
am Sockel, Vorderseite
FRIEDRICH WILHELM / BARON VON STEUBEN / 15. 11.1730 – 28.11.1794
Inschriftentafel (gegossen, appliziert)
am Sockel, Rückseite
FRIEDRICH WILHELM / VON / STEUBEN / PREUSSISCHER OFFIZIER UNTER FRIEDRICH DEM / GROSSEN * UNTER GEORGE WASHINGTON / GENERALINSPEKTEUR UND KÄMPFER FÜR DIE / FREIHEIT DER VEREINIGTEN STAATEN * DAS / URBILD DIESES DENKMALS GESCHAFFEN VON / ALBERT JAEGERS, STEHT IN WASHINGTON * / EINE ABFORMUNG STAND ALS GESCHENK / DES KONGRESSES DER USA VON 1911 BIS / 1945 IN POTSDAM * HIER NEUERRICHTET 1987 / AUS ANLASS DER 750-JAHRFEIER BERLINS / ALS ZEICHEN DER FREUNDSCHAFT ZWISCHEN / DEM DEUTSCHEN UND DEM AMERIKANISCHEN / VOLK * MIT UNTERSTÜTZUNG DER BERLINER BANK AG, WACKER-CHEMIE GMBH, / AMERICAN CHAMBER OF COMMERCE IN GERMANY, / PAN AMERICAN WORLD AIRWAYS ING.; / STIFTUNG PREUSSISCHER KULTURBESITZ / BERLIN IM MAI 1987.
Bezeichnung (gegossen)
an der Plinthenkante rechts vorne
ALBERT JAEGERS SC.
Bezeichnung (gegossen)
an der Plinthenkante seitlich links hinten
THE HENRY-BONNARD BRONZE C°/M.... (unleserlich)
ZustandZeitpunkt
gesamtverschmutzt2005
Sockelbeschmiert2005
verfärbt2005
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Caspar, Helmut: Erinnerungsorte in Berlin. Führer zu Schauplätzen Deutscher Geschichte, Petersberg, 2008, S. 259-261.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 213-214.

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