Siegesgöttin

Siegesgöttin

Frauentor, Deutsche Nike
Foto: Susanne Kähler, 2005, CC-BY-4.0

Die Skulptur der Siegesgöttin schmückt den Muschelkalkpfeiler, der den nördlichen Abschluss der Trennmauer zwischen Olympiastadion und Maifeld bildet. Sie ist damit als Pendant zur Gruppe „Kameraden“ von Sepp Mages konzipiert. Die frontal nach Norden blickende, auf einem hohen Sockel stehende Frauenfigur lehnt gegen den mit Eichenlaub verzierten Pfeiler. In ihrer Rechten hält sie einen Eichenzweig vor sich (das Siegessymbol der olympischen Spiele von 1936), mit der Linken hält sie das sie bekleidende, an antike Gewandungen angelehnte Tuch über dem Oberschenkel fest. Die Siegesgöttin tritt mit ihrem vorgestellten linken Fuß eine Schlange (das Symbol des Bösen) zu Boden (Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Meller, WillyKünstler_In1935-1936
Objektgeschichte
Der Name “Frauentor” ist abgeleitet vom “Frauenplatz” westlich des Schwimmstadions. Das Tor war 1936 der Zugang der Olympiateilnehmerinnen zum Stadion, deren Unterkünfte sich im Friesenhaus befanden. Das Thema der „Deutschen Nike“, die, im Gegensatz zu ihren griechischen Vorbildern, eine Eichenzweig hält, war dem Bildhauer vom Kunstausschuss des Olympiageländes vorgegeben worden, ebenso ihre blockhafte Geschlossenheit, hierdurch unterscheidet sich das Werk von den übrigen Ausstattungselementen des Geländes. Nachdem die Mitglieder des Ausschusses nicht mit den eingereichten Entwürfen von Georg Müller aus München oder Stanislaus Cauer aus Kreuznach einverstanden waren, forderten sie den Kölner Bildhauer Willy Meller, sowie Bernhard Bleeker und Hans Schmidt zu Entwürfen auf. Meller wurde im Dezember 1935 zur Ausführung der „Deutschen Nike“ aufgefordert (Susanne Kähler).
Maße
gesamtHöhe
mit Sockel
6 mm
Breite31 mm
Tiefe19 mm
Verwendete Materialien
Travertin, Gauuinger travertin
Technik
behauen
ZustandZeitpunkt
verwittert2005
alt geflickt, Vierungen, Kittungen2005
beschädigt, Löcher im Sockel2005
verschmutzt2005
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 24.
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin. Steine beginnen zu reden, Berlin, 1991, S. 18, 89.
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin : Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld = Olympia stadium, Berlin, 2000.
  • Reclams Kunstführer Berlin, Stuttgart, 1991, S. 301.
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 171-172.
  • Schäche, Wolfgang: Das Reichssportfeld : Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht, Berlin, 2001.
  • Eckstein, Beate: Im öffentlichen Auftrag: Architektur- und Denkmalsplastik der 1920er bis 1950er, Hamburg, 2005, S. 419-420. Abb. 138-139

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