Ruhender Athlet

Ruhender Athlet

Foto: Susanne Kähler, 2005, CC-BY-4.0

Die grünlich patinierte Bronzefigur „Ruhender Athlet“ von Kolbe ist an der offenen Seite des Jahnplatzes unmittelbar hinter dem Schwimmbecken auf einem Postament aus Muschelkalkstein platziert. Leicht überlebensgroß ist ein nackter junger Mann dargestellt, auf der Seite ruhend, sein rechter Arm ist angewinkelt und aufgestützt, das rechte Bein leger über das linke geschlagen (Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kolbe, GeorgKünstler_In1935-1936
Datierungshinweise
1947 zum Schutz vergraben, 1962-1974 in der Langemarckhalle
Objektgeschichte
Kolbes Modell zu dieser Figur hieß Herbert Grassow. Den Entwurf reichte der beauftragte Kolbe in Form eines kleinen Modells 1935 beim Kunstausschuss für das Olympiagelände ein. Zur Ausstattung des alten Grunewald-Stadions hatte ebenfalls eine Athleten-Figur von Kolbe gehört. Die relativ lässige, entspannte Haltung, die dieses Werk von allen übrigen sich auf dem Gelände befindlichen Plastiken unterscheidet, führte zu Kritik und Diskussionen. Der Künstler änderte seinen Entwurf nicht ab, obwohl der Ausschuss dieses zur Bedingung für die Ausführung gemacht hatte. Kolbe selbst äußerte sich: „Sie [die Figur] ist gut gelungen, sie sieht nach etwas aus, sie ist gewiß kein Dreck. Aber: sie ist gar nicht das, was man da draußen will. Gewiß sie ist als Placement auch abseits stehend - ganz und gar nicht als Werbung für die große Stadionsache gedacht.- Aber selbst an der ihr zugemessenen Stelle am Schwimmschulbecken, also abseits aller Olympiasiegeseinstellung, wird sie als einseitig künstlerisch empfunden." (Zitiert nach Ursel Berger: Einfachheit, Strenge und Feierlichkeit. Die Skulpturen vom Berliner Olympiagelände, Berlin 2004). Die Figur Kolbes wurde 1947 von den Briten auf dem zum Schutz von Buntmetalldieben Maifeld vergraben, stand nach dem Wiederaufbau der Langemarckhalle (unter dem Glockenturm) zwischen 1962 und 1974 dort, bevor sie auf Anweisung des britischen Kommandanten an seinen ursprünglichen Standort zurückversetzt wurde (Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
FigurBronze
SockelMuschelkalk
Technik
Figurgegossen
Sockelbehauen
poliert
verkleidet
ZustandZeitpunkt
Figurkorrodiert, leicht2005
Sockelverwittert2005
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Eckstein, Beate: Im öffentlichen Auftrag: Architektur- und Denkmalsplastik der 1920er bis 1950er, Hamburg, 2005, S. 425. Abb. 152
  • Berger, Ursel: Georg Kolbe - Leben und Werk, Berlin, 1990, S. 349.
  • Reclams Kunstführer Berlin, Stuttgart, 1991, S. 301. Ausgabe von 1991
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin. Steine beginnen zu reden, Berlin, 1991, S. 96.
  • Kluge, Volker: Olympiastadion Berlin : Rundgang durch das ehemalige Reichssportfeld = Olympia stadium, Berlin, 2000.
  • Schäche, Wolfgang: Das Reichssportfeld : Architektur im Spannungsfeld von Sport und Macht, Berlin, 2001.
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 173.

Ihre Information ist gefragt