Rotation

Rotation

Mensch und Maschine
Foto: Susanne Kähler, 2008, CC-BY-4.0

Die Skulptur steht auf der Rasenfläche, die links vom Hauptzugang zum Gelände an den Parkplatz grenzt. Das Material Sandstein ist in dem Skulpturenpark, dessen Objekte in den meisten Fällen eher aus Metall oder Beton gefertigt wurden, eher die Ausnahme. Trotzdem verweisen Thema und Formgebung von Pabels Beitrag auf moderne Technik und Stahlmaschinen. Zu erkennen ist ein Pfeiler in dessen oberen Bereich ein Gelenk eingearbeitet ist. Dargestellt ist an dem Gelenk ein waagerechter Balken, an dessen beiden Enden stilisierte Menschen mit ihren Händen und Füßen in die Apparatur eingehängt sind, Schwung zu holen scheinen, um ihren Balken zur Rotation zu bewegen. Der Aufbau der Skulptur ist streng symmetrisch, jedes persönliche Detail wird vermieden. Der Pfeiler mit dem wagerecht stehenden Querbalken, an dem zwei Menschen hängen, bietet auch Assoziationsmöglichkeiten zum christlichen
Kreuz (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Pabel, RudiKünstler_In1979
Objektgeschichte
Der Bildhauer Rudi Pabel hat sein Studium an der Hochschule für bildende Künste in Berlin zunächst als Designer abgeschlossen, studierte zudem Kunstpädagogik, wurde dann aber Meisterschüler des Bildhauers Michael Schoenholtz. Pabel selbst formulierte seine Gedanken, d. h. die Interpretation, zu der Skulptur „Rotation“ oder „Mensch und Maschine“, er bezeichnete sie als Versuch der Verdeutlichung einer Beziehung zwischen Mensch und Umwelt (Natur-Mensch-Technik): „Die Technik entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten in einem derartigen Tempo, dass der Mensch nicht in der Lage war, mit ihr Schritt zu halten, so dass sie sich – ursprünglich Produkt des menschlichen Geistes – gegen ihn wandte und undurchschaubar wurde. Dieser „Fortschritt“ bedeutete für den Menschen in seinem Erleben zur Umwelt eine Einengung im Bereich der Erfahrungen zu Wirklichkeit. Die ganze Entwicklung ist für den Menschen so schwer nachzuvollziehen, dass er nur noch voneinander isolierte Details seiner Umwelt wahrnehmen kann und kooperative Zusammenhänge zwischen Mensch, Natur und Technik in ihrer Komplexität nicht mehr zu begreifen sind. Für einige Menschen bedeutet diese Entwicklung eine immer größere Anhängigkeit von der Technik, sie verlieren ihre Beziehung zur Natur, fühlen sich unsicher“ (Rudi Pabel, 1979/99, zitiert in: Der Skulpturengarten und die Kunstsammlung im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg, 1999, S. 56). Die 1979 entstandene Skulptur ist eine Leihgabe des Senators für Bauen, Wohnen, Verkehr. Sie war Teil des 1981 als Skulpturengarten ausgestatteten Sommergartens am Funkturm / Messegelände, der 1990 aufgelöst wurde. 1999 wurde die Skulptur von Pabel im Garten des Krankenhauses aufgestellt. Das Konzept zu einem Skulpturengarten auf dem Gelände des Auguste-Viktoria-Krankenhauses wurde bereits Ende der 1980er Jahre entwickelt und geht u. a. auf die Initiative des dort tätigen Chefarztes Professor Dr. med. Manfred L’age zurück. Maßgebliche Gedanken waren die Fragen um Trost und Genesungshilfe für Kranke und Besucher. Zeitgenössische Kunst sollte Denkanstöße während der Grenzerfahrung einer Krankheit geben. Beteilig an der Ausarbeitung waren neben L’age die Kunsthistoriker Jörn Merkert und und Eberhard Roters (Berlinische Galerie) sowie der Architekt Thomas Baumann und der Gartenarchitekt Elmar Knippschild. Finanzielle Förderung erfuhr das Projekt ab 1990 vom Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr als „baubegleitendes gestrecktes Verfahren“. Im Mai 1999 wurde der Skulpturengarten des Auguste-Viktoria-Krankenhauses eröffnet, damals stellten hier 21 Künstler aus (einige Plastiken befanden und befinden sich zusätzlich im Innenraum). Die Ausstellung wurde 2000 erweitert und hat sich seitdem vielfach verändert, einige der ursprünglichen Objekte stehen heute nicht mehr vor Ort, zahlreiche andere, hauptsächlich Leihgaben der Berlinischen Galerie und Leihgaben und Schenkungen einzelner Künstler sind hinzugekommen (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
SkulpturRotsandstein
Technik
Skulpturbehauen
Inschriften
Plakette (eingelassen)
vor dem Objekt
ZustandZeitpunkt
Skulpturverschmutzt, leicht2008
biogener Bewuchs, leicht2008
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 22.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Begleitheft, S. 5.
  • Dieckmann, Sebastian: Der Skulpturengarten und die Kunstsammlung im Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Berlin-Schöneberg, Berlin, 1999, S. 56.

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