Robert-Koch-Denkmal

Robert-Koch-Denkmal

Foto: Detlev J. Pietzsch, 2009, CC-BY-4.0

Überlebensgroße Sitzfigur auf einem rechteckigen Sockel über mehrfach gestuftem Unterbau. Auf einem blockhaften Sitz mit über Eck geführter Rückenlehne, errichtet über rechteckiger Plinthe, sitzt die in einen bodenlangen Mantel gehüllte Gestalt des international renommierten Arztes, Mikrobiologen und Bakteriologen Robert Koch (1843-1910). Der 1905 mit dem Nobelpreis für Medizin geehrte Hochschullehrer und Direktor des Kgl. Instituts für Infektionskrankheiten sitzt in aufmerksam angespannter Haltung, den Kopf nach rechts gewendet. Alle vier Sockelseiten tragen Inschriften (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Tuaillon, LouisBildhauer_In1912-1916
Datierungshinweise
Einweihung am 27.5.1916, um 1950 versetzt, 1995 wieder an der historischen Stelle aufgestellt
Objektgeschichte
1912-1916 schuf Louis Tuaillon das in einem geglätteten Naturalismus formulierte Denkmal in Anlehnung an die repräsentativen Gelehrtendenkmäler des 19. Jahrhunderts. Einweihung: 27.5.1916. Der Luisenplatz wurde nun nach Koch umbenannt. 1921 erhielt das in der Osthälfte des Platzes postierte Denkmal ein Pendant in Gestalt des Emil-Fischer-Denkmals. Das im Zweiten Weltkrieg nur wenig beschädigte Robert-Koch-Denkmal wurde nach dem Krieg restauriert und später in eine Grünanlage an der damaligen Hermann-Matern-Straße (heute wieder Luisenstraße) vor das chirurgische Zentrum der Charité versetzt. Erst 1995 kehrte es, nach einer erneuten Restaurierung und Rekonstruktion des ursprünglichen Unterbaues, an den ersten Standort zurück. 1993-1994 war der Robert-Koch-Platz in seiner für die 1920er Jahre belegten Gestalt rekonstruiert worden (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
SockelMarmor
SkulpturMarmor, Laaser
Technik
gesamtbehauen
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift (gemeißelt)
am Sockel, Vorderseite
ROBERT KOCH / 1843-1910
Inschrift (eingemeißelt)
am Sockel, linke Seite
DEM BAHNBRECHENDEN ERFORSCHER / DER KRANKHEITSERREGER
Inschrift (eingemeißelt)
am Sockel, Rückseite
ICH WUENSCHE, DASS IM KRIEGE / GEGEN DIE KLEINSTEN ABER / GEFAEHRLICHSTEN FEINDE / DES MENSCHENGESCHLECHTS / EINE NATION DIE ANDERE IMMER / WIEDER UEBERFLUEGELN MOECHTE / R. KOCH
Inschrift (eingemeißelt)
am Sockel, rechte Seite
... / ... / KAMPF GEGEN ... /
Bezeichnung (eingemeißelt)
auf der Rückseite des Sessels
L. TUAILLON
ZustandZeitpunkt
gesamtbefriedigend2009
verschmutzt2009
Ausflickungen, sichtbar2009
Farbe der Inschriftabgeblättert, zum Teil2009
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Ingwersen, Erhard: Standbilder in Berlin, Berlin, 1967, S. 96. Tafel 49
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 278.
  • Ulferts, Gert-Dieter: Louis Tuaillon : (1862 - 1919) ; Berliner Bildhauerei zwischen Tradition und Moderne, Berlin, 1993.
  • Trost, Heinrich: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, Berlin, 1984.
  • Trost, Heinrich: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Berlin: Bezirk Mitte, Ortsteil Mitte, 2003.
  • Lesser, Katrin: Gartendenkmale in Berlin, Parkanlagen und Stadtplätze , 2013, S. 180, 532.
  • Hoffmann, Utz: Naturforscher : ein Reiseführer zu Denkmälern & Sammlungen in Berlin und Brandenburg, Berlin, 1992, S. 73-74.

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