Relieffries (Erweiterungsbau)

Baugebundene Kunst

Relieffries (Erweiterungsbau)

Foto: Thomas Rosenthal, 2023, CC-BY-NC-SA-4.0

Weitere baugebundene Kunst (4)

Gebäude der baugebundenen Kunst

Rathaus Charlottenburg

Gebäude der baugebundenen Kunst

Neben dem Rundbogenportal des Erweiterungsbaus des Rathauses Charlottenburg sind zwei große hochrechteckige Reliefs in die Wandflächen eingelassen.

Links neben dem Portal die Darstellung eines riesigen bärtigen Mannes mit einer Keule in der Hand, zu seinen Füßen versammeln sich die notleidende und schutzsuchende Menschen. Rechts ein nur mit einem Lendenschurz bekleideter Mann mit wallenden Haartracht und ebensolchem Bart. In der Mitte seiner Stirn befindet sich ein Auge, das ihn als Zyklop kennzeichnet. Zu seinen Füßen sind zwei Widder zu sehen, unter und neben denen sich Menschen verstecken.

Im Bereich der Attika verläuft ein großes Relief über die Breite der Fensteröffnungen. In der Mitte thront eine Frau, von rechts empfängt sie die Waage der Justitia, von links tritt ein geflügelter Eros heran. Von beiden Seiten bewegen sich weitere Figuren in zeitlos idealisierender Gestaltung auf die Mitte zu (Nicola Vösgen).

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Vogel, August (Bildhauer:in)
1913-1914, Modelle

Schilling, Carl (Ausführende:r)

Objekt­geschichte

Die Modelle für die in Travertin ausgeführten Reliefs und den Fries schuf August Vogel um 1913/1914, die Ausführung war dem Hofsteinmetzmeister Carl Schilling übertragen worden. In der Deutschen Bauzeitung war 1922 zu lesen: „Am 12. September 1913 erfolgte die Eröffnung der neuen Sparkassenräume … Die Fassadenarbeiten in der Berliner Straße waren bereits am 05. Mai 1914 vollendet.“ (Deutsche Bauzeitung, 1922, S. 65). Sicherlich waren zu diesem Zeitpunkt auch die drei Reliefs fertiggestellt. Die Deutsche Bauzeitung identifizierte die Darstellungen auf den Reliefs 1922 folgendermaßen: „ … unten rechts und links [sind] in zwei gewaltigen Reliefs Rübezahl der Schützer der Armut und des Rechts und der überlistete Polyphem als Personifikation der durch Geist überlisteten Raubgier dargestellt.“ (Deutsche Bauzeitung, 56.1922, S. 48). Der Fries an der Attika trägt den Titel „Das Wirken städtischer Fürsorge“. Die in der Mitte thronende Frau symbolisiert die Stadtgöttin als Beschützerin des städtischen Gemeinwesens. Die weiteren Gruppen stellen die „Armenfürsorge, Kunst und Wissenschaft sowie das Bauwesen … weiterhin das Gewerbe, das Schulwesen und die Säuglingsfürsorge.“ dar (zit. nach Grzywatz: Das Rathaus Charlottenburg, S. 305). Das Relief war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden, insbesondere an der rechten Relieffläche und der Figur der Stadtgöttin sowie teilweise auch an Einzelheiten in der linken Fläche waren Wiederherstellungsarbeiten erforderlich, deren Ausführung den Bildhauern August Rhades und Friedrich Zuchantke in den 1950er Jahren übertragen wurde (Nicola Vösgen).

Verwendete Materialien

Travertin (Materialarchiv)

Inschriften


am Objekt, linke Seite
»AVogel sc«

Zustand

verwittert (2024), für Fries und beide Reliefs

Vollständigkeit

vollständig, nach Ergänzungen der 1950er Jahre


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