Pieta

Pieta

Foto: Detlev J. Pietzsch, 2009, CC-BY-4.0

Auf einem rechteckigen roten Klinkersockel aufgestellte Figurengruppe in Gestalt einer frontal ausgerichteten Pietà aus dunkel patinierter Bronze über rechteckiger Plinthe. Auf einer schmalen glatten Stele sitzt eine überschlanke ältere Frau. Ihr trauriges Gesicht ist stark versehrt. Die rechte Gesichtshälfte zeigt eine Verwundung, wie sie von den Kriegsversehrtenporträts Ferdinand Sauerbruchs her bekannt sind. Sie trägt eine streng frisierte Haartracht und ein einfach gegürtetes, antikisierend formuliertes Kleid, jedoch abstrahiertes, modernes Schuhwerk. Auf ihren Knien liegt ein schmaler, unbekleideter, toter Jüngling, den Kopf mit einem Tuch verhüllt; die überschlanken Beine hängen unten gekreuzt rechts herab. Die Figurengruppe zeigt eine sparsam aufgeraute Oberfläche, die im Kontrast zur glatten Sitzstele und der Plinthe steht (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Pansow, JürgenBildhauer_In1978
Datierungshinweise
Aufstellung hier in den 1990ern
Objektgeschichte
Der Titel „Pieta“ deutet darauf hin, dass das 1978 entstandene Werk absichtsvoll einen insbesondere im christlichen Mittelalter bekannten Darstellungstyp der trauernden Mutter Gottes mit dem vom Kreuz abgenommenen Christus formal und auch – profan – inhaltlich zitiert. Die Figur des toten Sohnes greift formal das Vorbild von Reinhold Begas' Figur des erschlagenen Abel seiner Bronzegruppe "Kain und Abel" (Privatbesitz Berlin, Dauerleihgabe im Militärhistorischen Museum Dresden) auf (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
SockelKlinker
PlastikBronze
InschriftentafelMessing
Technik
Sockelgemauert
Plastikgegossen
Inschriftentafelappliziert, am Sockel
montiert
Inschriften
Tafel (appliziert)
am Sockel
Pièta / - gewidmet den Lebenden - / 1978 / Jürgen Pansow
ZustandZeitpunkt
gesamtbiogener Bewuchs, leicht2009
verschmutzt, Vogeldreck2009
Vollständigkeit
vollständig

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