Neorenaissancebrunnen

Neorenaissancebrunnen

Foto: Sophia Peix, 2019, CC-BY-4.0

Der in den Formen des italienischen Manierismus gestaltete Brunnen ist aus zahlreichen Terracottateilen montiert. Ein drei Meter im Durchmesser umfassendes Rundbecken birgt in der Mitte ein Rundpodest mit hohem Brunnenstock. Vier Balustersäulchen tragen zusätzlich die vierpassig ausgebildete, untere Schale. Der Schaft des Brunnenstocks darüber ist aufwändig mit Fantasiewesen – etwa Fischfrauen mit menschlich-weiblichen Oberkörpern, Blattflossen und Schuppenschwanz – sowie Ranken und Wappenschilden verziert. Die Wasserspeier darüber haben die Gestalt von grotesken Löwenköpfen. Der dann Vasenförmig fortgesetzte Schaft trägt die oberste Schale, deren Körper mit groteskem Rankenwerk und als Wasserspeier angelegten weiblichen Masken dekoriert ist (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Fa. Ernst MarchAusführende_R1870-1879
Zuschreibung
Datierungshinweise
Aufstellung im Köllnischen Park um 1969
Objektgeschichte
Der hochhistoristische Schalenbrunnen auf der 1969 neu geschaffenen Terrasse zwischen Märkischem Museum und Mühlenstumpf im Köllnischen Park stammt aus einem Villengarten in der 1870 durch den Bankier Albert Hirte (1833-1898) gegründeten und von Eduard Titz (1819-1890) geplanten Villenkolonie Hirschgarten (seit 1898 Teil von Friedrichhagen) östlich von Köpenick. Er dürfte in den 1870er Jahren enstanden sein. Der in den 1870er Jahren entstandene Brunnen ist 1993 saniert worden. Dabei wurde die ursprüngliche Wasserführung mit der bekrönenden Fontäne und den Zuleitungen zu den Speiern stillgelegt. Das untere runde Brunnenbecken wurde ersatzweise mit 12 ringförmig angeordneten Sprudelfontänen ausgestattet. Vandalismusschäden machten in jüngerer zeit weitere Sanierungen notwendig. Im Winter wird der Brunnen mit einer Holzhaube geschützt (Jörg Kuhn).
Maße
RundbeckenDurchmesser3 m
BrunnenstockHöhe3 m
Verwendete Materialien
gesamtTerrakotta
Brunnentechnik
Technik
gesamtgeformt
gebrannt
appliziert
montiert
ZustandZeitpunkt
gesamtverschmutzt2009
Ausbrüche2009
Vollständigkeit
fragmentiert

  Nachweise

  • Güntzer, Reiner: Jahrbuch 1996 Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin, 1998, S. 226-243, besonders S. 238.
  • Trost, Heinrich: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, Berlin, 1984, S. 240-243.
  • Trost, Heinrich: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Berlin: Bezirk Mitte, Ortsteil Mitte, 2003.

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