Musizierende Kinder

Musizierende Kinder

Pioniergruppe, Kindergruppe mit Musikinstrumenten

Im westlichen Bereich des Stadtparks Lichtenberg steht an einem Hang auf einem hohen Klinkersockel die lebensgroße Gruppe dreier musizierender Kinder in Pionierkleidung. Vorne läuft ein flötenspielender Knabe, schräg dahinter ein Knabe mit Ziehharmonika, den Abschluss bildet ein junges Mädchen, das eine Gitarre unter ihrem rechten Arm hält. Die Kinder laufen dicht beieinander, das Mädchen berührt mit der linken Hand die Schulter des vorderen Knaben. Bekleidet sind sie mit sommerlicher Freizeitkleidung. Die um den Hals gebundenen Pionierhalstücher kennzeichnen sie als Mitglieder einer Pioniergruppe. Vor allem die Körper und Kleidung der jungen Pioniere sind sehr detailarm und abstrahiert gestaltet, ihre Gesichter und Frisuren wirken flach und formelhaft (Nicola Vösgen).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
UnbekanntBildhauer_In1957
Datierungshinweise
als Datierung ist auch "1965" zu finden
Objektgeschichte
Über die Gruppe der “Musizierenden Kinder“ liegen kaum Informationen vor. In der Literatur wird sie auf 1965 datiert. Einige Fotos aus den Beständen der Magistratsverwaltung für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr Berlin [Ost], auf denen die Gruppe abgebildet ist, sind auf 1960 datiert (Berlinische Galerie, Architektursammlung, Bestand Magistrat Ost). Eine historische Ansichtskarte, für die eine Entstehungszeit um 1957 angegeben ist, zeigt einen Blick auf das „Zentralhaus der Jungen Pioniere mit Theater der Freundschaft“ von Nordwesten. Im Vordergrund ist die Gruppe der „Musizierenden Kinder“ in dem nördlich vom Zentralhaus liegenden Stadtpark zu sehen. Die Gruppe steht an einem leicht abfallenden Hang, im Hintergrund verläuft ein Weg (http://www.ddr-postkarten-museum.de/picture.php?/15511/search/1816 (abgerufen am 15.09.2019). Es scheint sich um denselben Standort zu handeln, an dem die Plastik auch heute noch steht. Laut den Datierungen der Fotos kann vermutet werden, dass die Pioniergruppe bereits in den 1950er Jahren aufgestellt wurde. Direkt vor dem Eingang zum Zentralhaus der Jungen Pioniere/Theater der Freundschaft und somit nur wenige Meter neben dem nördlich angrenzenden Stadtpark, stand eine weitere Dreiergruppe junger Pioniere. Diese zweite Pioniergruppe dreier musizierender Kinder weist zwar formale Ähnlichkeiten auf, ein stilistischer Vergleich lässt jedoch vermuten, dass sie wohl nicht von demselben Bildhauer stammt. Sie bestand ebenfalls aus drei Pionieren, vorne ein Knabe mit Trommel, gefolgt von einem Knaben, der eine Fahne trägt und einem Posaune blasendem Mädchen. Bekleidet sind diese Kinder ebenfalls mit kurzen Hosen bzw. Kleid, alle drei tragen Pionierhalstücher. Allerdings sind Körperformen, Kleidung und Gesichter weitaus realistischer und lebensnaher ausgeführt, als bei der Gruppe im Stadtpark. Einige Fotos der Gruppe sind auf 1950 und 1951 datiert (vgl. Bundesarchiv, Bilder Nr. 183-S97604, Nr. 183-S97605 und Nr. 183-19204-3304, sowie Nr. 183-19204-3305). Laut den Datierungen der Fotos ist die Gruppe dort bis mindestens 1957 nachweisbar, auf späteren Fotos aus dem Jahr 1965 ist die Gruppe an diesem Standort nicht mehr vorhanden (vgl. Berlinische Galerie, Architektursammlung, Bestand Magistrat Ost). Auf einem im Archiv der ADK erhaltenen Foto dieser Gruppe ist auf der Rückseite handschriftlich der Name „Professor Rudolf Born Dresden“ vermerkt (Archiv der ADK, VBK-Fotos 10310). Es konnte bislang nicht ermittelt werden, ob dieser Bildhauer tatsächlich der Schöpfer dieser Pioniergruppe war. Weitere Werke des Dresdner Bildhauers Rudolf Born sind für Berlin nicht nachweisbar. Laut der Beschreibungen in der Literatur gehörte die Gruppe der Musizierenden Kinder im Stadtpark Lichtenberg ursprünglich zu einem größeren Ensemble, das mindestens drei weitere Gruppen umfasst haben soll, die „Szenen aus dem Pionierleben, (…) wie Apell, Kinder im Gespräch mit Erwachsenen und beim spielerischen Lernen“ darstellten (vgl. Brösicke-Istok, Sylvia, u.a.: Plastiken, Denkmäler, Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin 1993, S. 29). Drei weitere derartige Gruppen sind für den Stadtpark Lichtenberg nicht nachweisbar. Bei den beschriebenen Gruppen handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um mehrere Darstellungen von Pionieren und Pioniergruppen des Bildhauers Felix Krause, die Anfang der 1950er Jahre am Pionierpark Ernst Thälmann in der Wuhlheide aufgestellt wurden (Berlinische Galerie, Architektursammlung, Bestand Magistrat-Ost). Bei einer dieser Statuen, einer Pionierin, weist die Gestaltung von Gesicht und Frisur eine sehr große Ähnlichkeit zu dem Mädchen der Lichtenberger Gruppe auf. Die Ausführungen von Körper und Kleidung sind allerdings bei der Figur im Pionierpark weitaus feiner und realistischer ausgeführt. Der im Familienbesitz befindliche Nachlass von Felix Krause enthält jedoch keine Informationen über die Gruppe "Musizierende Kinder" / "Pioniergruppe" im Stadtpark (Nicola Vösgen).
Maße
SockelHöhe0.82 m
SockelBreite1.24 m
SockelTiefe0.74 m
PlintheHöhe0.05 m
PlintheBreite1.09 m
PlintheTiefe0.6 m
GruppeHöhe1.45 m
Verwendete Materialien
GruppeBronze
SockelKlinker
Technik
Gruppegegossen
Sockelgemauert
ZustandZeitpunkt
Gruppebeschädigt, Gitarrenhals verloren2019
Bronzekorrodiert, leicht2019
Sockelbeschmiert, besonders östliche Seite 2019
Vollständigkeit
unvollständigGitarrenhals verloren

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 260. datiert "um 1965"
  • Brösicke-Istok, Sylvia: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Lichtenberg, Berlin, 1993, S. 29. datiert mit 1965 (vermutlich in der Nachfolgre von Endlich bzw. Angaben Bezirksamt)
  • Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 29. datiert mit 1965 (vermutlich in der Nachfolgre von Endlich bzw. Angaben Bezirksamt)

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