Mädchen

Mädchen

Foto: Jürgen Tomisch, 2018, CC-BY-4.0

Die lebensgroße Bronzeplastik „Mädchen“ steht in einem Gartenteil des Max-Delbrück-Gymnasiums, der sich längs der Kuckhoffstraße erstreckt. Sie stellt eine stehende Mädchenfigur dar, bekleidet mit einem dünnen, ärmellosen Kleid und Sandalen. Das Kleid ist körper-betonend modelliert. Die schlanke Gestalt steht im leichten Kontrapost auf einer flachen quadratischen Plinthe. Den Kopf mit flächigen Gesichtszügen angehoben, der Blick gen Himmel gerichtet, beide Arme am Kopf – stützend hinter dem Kopf und an der Stirn – schaut sie über den Betrachter hinweg (in Richtung Himmel (den man sich voller – sichtbarer – Mondsonden denken darf). Ihre Haare sind zeittypisch kappenartig gestaltet mit Dutt (Jürgen Tomisch).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Goettsche, Hans-PeterBildhauer_In1962
Datierungshinweise
seit 1994 am jetzigen Standort
Objektgeschichte
Die Plastik 'Mädchen' von Goettsche fand 1962 vor dem neu erbautem Kino Lunik in Berln-Wilhelmsruh, einem Ortsteil von Pankow, an der Hauptstraße 40 ihre Aufstellung. Das Kino wurde in den Jahren 1958-1961 nach Plänen des Architekten Josef Kaiser im Auftrag des „VEB Berliner Filmtheater“ erbaut. Zunächst als „Filmtheater Wilhelmsruh“ geplant, wurde es nach den sowjetischen Mondsonden werbewirksam mit dem Namen Lunik bedacht. Die Eröffnung fand am 24. August 1961 statt, also kurz nach der Errichtung der Berliner Mauer. Der Kino-Flachbau musste 1994 einem fünfgeschossigen Wohnhaus mit Ladengeschäften weichen. Die Plastik wurde in der Folge zum heutigen Standort - dem Garten des Friedrich-List-Gymnasiums, dem heutigen Max-Delbrück-Gymnasium – umgesetzt. Die stehende Mädchenfigur für den Schulgarten in Niederschönhausen zählt zu Goettsches bemerkenswerten, frühen Arbeiten für den öffentlichen Raum. Sie vermittelt exemplarisch ein typisches Motiv der Plastik der 1950er/1960er Jahre der DDR: die jugendliche Frauengestalt. „Sie kann seit den fünfziger Jahren als ideales Symbol für die gesellschaftlichen Grundwerte »Optimismus« und Harmonie gelten. Indem sie, ohne vordergründige politische Belehrung und in lebensnaher Natürlichkeit, Zeichen setzte für Vitalität. Schönheit und Lebensgenuß. Stehende, Sitzende, Liegende, manchmal als Schwimmerin, Tänzerin, Badende, Turnerin (...) bevölkerten Städte und Parks“ (vgl. Möbius, Helga: Frauenfiguren in städtischen Räumen der DDR. In: Feministische Studien 8 (1960) Nr.1, Mai, S.126) (Jürgen Tomisch).
Maße
gesamtHöhe1.8 m
Verwendete Materialien
gesamtBronze
Technik
gesamtgegossen
ZustandZeitpunkt
gesamtbeschmiert, großflächig2018
korrodiert, stellenweise2018
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Eisold, Dietmar: Lexikon Künstler in der DDR, Berlin, 2010, S. 264.
  • Feist, Peter H.: Plastik in der Deutschen Demokratischen Republik, Dresden, 1965, S. 146.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 317.

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